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Naturschutz in der Schweiz – Darf uns das egal sein?

Die Titelgeschichte des aktuellen Beobachters (Nr. 14, 9.Juli 2010):

«Darf uns das egal sein? – Die Schweiz unterschätzt den Wert einer intakten Umwelt»

Gibt einen guten Einblick in die momentane Situation der Schweiz, wie Sie ihre Landschaften, Pflanzen- und Tierarten schützt, aber meistens leider nur auf dem Papier.

Natur im Siedlungsraum - Sternenfeldbiotop (© J.Roth)

Hier die Beobachter-Artikel-Links dazu:

Frühe Adonislibelle am Teich - Sternenfeldbiotop (© Thomas Blum)

Online-Petition: Pro Natura – «Schützen wir die Biodiversität jetzt!» und des Schweizer Vogelschutz / SVS BirdLife Schweiz:

Der einmalige Naturgarten Birsfeldens - Sternenfeldbiotop 2010 (© J.Roth)

Hier die wichtigen Lebensräume des Sternenfeldbiotops in Birsfelden – Artenvielfalt im unmittelbaren Siedlungsraum:

Bläuling im Morgenlicht (© Thomas Blum)

Feuchtbiotop: Der Teich im Sternenfeldbiotop in Birsfelden Teil 1/4

Sternenfeldbiotop Birsfelden - Die Übersicht ©GoogleEarth

Teil 1: Das Feuchtbiotop: Der Teich

Teiche sind kleine künstlich angelegte stehende Gewässer, die von einer immensen Bedeutung für die Natur im Siedlungsraum sind. Sie führen das das ganze Jahr Wasser. Im Gegensatz zum See fehlt ihnen die lichtlose Tiefe, so dass Pflanzen auf dem ganzen Teichgrund siedeln können. Die offene Wasserfläche wird von Seerosen, Laichkraut oder kleinen Wasserlinsen überwachsen. Im nährstoffreichen Wasser entwickeln sich unterschiedliche Algen. Die Ufer schliesslich werden von Röhrichtpflanzen wie Schilf, Rohrkolben, Binsen umsäumt. Um die geschützten Amphibien, wie der Wasserfrosch und Bergmolch, eine Überlebenschance zu geben, sind Fische nicht anzutreffen. Deshalb ist das aussetzten von Fischen strengstens Verboten!

Teich im Sternenfeldbiotop (© J. Roth)

Teich im Sternenfeldbiotop in Birsfelden

Der Teich besteht nun seit rund 27 Jahren und es hat sich darin und drum herum viel getan. Viele Erholungssuchende kommen durchs ganze Jahr hindurch an den Teich, verweilen ein Weilchen od. Beobachten das Geschehen von den Holzbänken her. Ein kleiner Blick zurück in die Geschichte, zeigt den Verlauf dieses wertvollen Lebensraumes für eine Vielzahl einheimischer Tier- und Pflanzenarten auf

Frühere Bedeutung und Nutzung

Erste Schleuse 1975 (© Fritz Raschdorf)

Auf der Kraftwerkparzelle 1550 ist einiges passiert.Die Geschichte des Teiches beginnt mit dem Bau der 2. Schleuse des Kraftwerks Birsfelden (1977). Der bis zum Bau jährlich auf dem Areal 1550 angebaute Mais verschwand. Der beim Bau angefallene Aushub wurde 6 Jahre lang auf dem ehemaligen Maisacker abgelagert. Es entstand für kurze Zeit ein kleines wildes Kinderparadies für die benachbarte Wohnüberbauung Sternenfeld. Nach der Fertigstellung der 2.Schleuse (Einweihung 1979), wurde die Parzelle 1550 wieder zu einem Acker umgepflügt und gleichzeitig im Auftrag des Kraftwerks nach einer Lösung für die weitere Nutzung gesucht. Der Wunsch des Kraftwerkes war, der Gemeinde Birsfelden die Hege und Pflege des Areals zu übertragen. Nach vielen Diskussionen und Abstimmungskämpfen gelang ein Kompromiss , der die heutige Einteilung der Kraftwerkparzelle in Familiengärten, Tennisplätzen und dem «Hecken-, Wiesen- Trocken-, Feucht-Biotop»,  dem sogenannte Sternenfeldbiotop zur Folge hatte. Da solcher Lebens- und Erholungsraum immens wichtig sind für die Wohnbevölkerung, wurden damals ganz bewusst in die Gestaltungspläne dieses Naturgartens einbezogen.

Zur Entstehung des Teiches seit 1983:

Erste Pflanzungen im Teich (© Fritz Raschdorf)

Im März 1983 begann eine Firma unter Baubegleitung von Herrn U. Rehmann (damaliger Bauingenieur der Gemeinde) mit dem Aushub des Teiches und der Erstellung eines Besucherwegs. Der Natur- und Vogelschutzverein (NVVB) und der Quartierverein Sternenfeld verlegte die Teichfolie, erledigte die Erdarbeiten am Teich, pflanzte viele Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen.

Zur Information:

Der Teich im Sternenfeldbiotop ist ohne Wasserzufluss, er wird vorwiegend durch Regen gespeist. Bei niedrigem Wasserstand wird aus rein ästhetischen Gründen, von Seite der Gemeinde her, ab und zu der Überlauf des benachbarten Froschbrunnens zugeleitet. Aus Naturschutzgründen wäre das nicht nötig, da sich die Natur selbst reguliert! Der Teich hat eine max. Tiefe von 1.7m, einen Umfang von 600m2 und da er zahlreiche geschützte Amphibien, wie Wasserfrosch, Bergmolch usw. beherbergt  fehlen daher Fische .

Teichfolien haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen irgendwann ausgetauscht werden, bei diesem Teich wird dies nächstens der Fall sein, vom Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB) wurde dies auch schon von längerem geplant, allerdings hat die Kraftwerk Birsfelden AG seit ihrer verlorenen Hochhausabstimmung Arbeiten am Teich untersagt. (Wohl auch aus diesem Grund hat der NVVB, die Pflege momentan der Gemeinde- und der Kraftwerkverantworlichen zurückgegeben! Lesen Sie hier dazu: Gedanken zum Brief des Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden!)

Was aber endlich passieren müsste, wäre das Abfischen, der seit längerem verbotenerweise illegal aussetzten Zierfischen (>30 Goldfische und 1 Koi-Karpfen)!

Bequemlichkeit, Unwissenheit, falsch verstandenes Artenschutzdenken oder Tierliebe, führt immer mal wieder dazu, dass Besitzer von Gartenteichen bzw. Aquarien ihre überzähligen Zierfisch, nicht nur in die Birs *, Rhein *, sondern in den Teich des Sternenfeldbiotops aussetzen! Wer Goldfische/ Koi-Karpfen besitzt, sollte allerdings wissen, das diese grosse Räuber sind und viele Kleinlebewesen in einem Teich, wie Libellenlarve, Kaulquappen, Wasserflöhe usw. auf deren Speisekarte stehen und bedrohen so das Ökosystem – die Artenvielfalt!! Auch wird oft vergessen, dass das Sternenfeldbiotop “noch” als Naturschutzgebiet gekennzeichnet ist und so gelten auch diese Naturschutzbestimmungen.

Oder sind Naturschutzgebiete in Birsfelden das Blech nicht wert, mit dem auf sie hingewiesen wird?

Goldfische/ Koi-Karpfen haben in einem Teich mit Amphibien nichts verloren!!!

*Auch das Aussetzen von Zierfischen in natürlichen Gewässern, wie Birs, Rhein usw. ist verboten!!!

Wasserfrosch im Teich (© Thomas Blum)

Charakteristische Pflanzen und Zoologische Bedeutung

Am Teich sind insbesondere Tiere daheim, die im Laufe ihrer Entwicklung einen Wechsel vom Wasser zum Land vornehmen. Die Larven der Libellen beispielsweise leben oft mehrere Jahre am Grund des Gewässers, bevor sie an Land kriechen und sich in prächtige Flugakrobaten verwandeln. Ähnlich verhält es sich bei

Schlammfliegen (Sialis lutaria), Köcherfliegen (Trichoptera), Zuckmücken (Chironomidae) und Stechmücken (Culicidae), die alle ihre Jugend im Wasser verbringen. Heimischen Amphibienarten (Wasserfrosch, Bergmolch usw.) sind für ihre Entwicklung auf Wasserstandorte angewiesen. Sie verbringen jedoch nur einen geringen Teil ihres Erwachsenenalters am Wasser.

Folgende Pflanzenarten wurden 1983 am Teich, Ufer-  und Sumpffläche angepflanzt:

  • Schwanenblume (Butomus umbellatus)
  • Blumenbinse (Scheuchzeria palustris)
  • Sumpfkalla (Calla palustris)
  • Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
  • Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Echtes Mädesüss (Filipendula ulmaria)
  • Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)
  • Tannenwedel (Hippuris vulgaris)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)
  • Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum)
  • Gelbweiderich (Lysimachia)
  • Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Wasserminze (Mentha aquatica)
  • Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
  • Weisse Seerose (Nymphaea alba)
  • Seekannen (Nymphoides)
  • Sumpf-Vergissmeinicht (Myosotis palustris)
  • Jakobsleitern (Polemonium colonleum)
  • Wasser-Knöterich (Polygonium amphibium)
  • Herzblättrige Hechtkraut (Pontederia cordata)
  • Krebsschere (Stratiotes aloides)
  • Wassernuss (Trapa natans)
  • Trollblume (Trollius europaeus)
  • Breitblättriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Schmalblättrige Rohrkolben (Typha angustifolia)
  • Zwerg-Rohrkolben (Typha minima)

Sibirische Schwertlilie am Teich - Sternenfeldbiotop Mai 2010 (© J.Roth)

Heutige Bedeutung

Frühe Adonislibelle vor dem Erstflug (© Thomas Blum)

Auf der Teichoberfläche sonnen sich in den wärmeren Jahreszeiten, Frösche, Wasserläufer. Es ertönen Quackkonzerte junger Wasserfrösche oder das Piepsen der Teichhühner aus dem mit Schilf gesäumten Teich. Ab und zu finden sich auch Teichrohrsänger ein und verschiedenen Libellenarten patrouillieren über dem Gewässer. Weiter bietet der Teich Tiefwasser- und Sumpflanzen Lebensraum.

Eine Fülle von Kleinkrebsen, Insektenlarven, Wanzen, Käfern, Spinnen und Schnecken belebt den Pflanzengürtel und das freie Wasser. Verschiedene Amphibien, Vögel, Insekten und Säugetiere suchen dem Teich regelmässig auf.

Der Teich im Sternenfeldbiotop wurde ganz bewusst, als ein naturnaher Teich geplant und umgesetzt, dieses gilt bis Heute. Ein Zierteich hat in einem artenreichen Naturpark, wie dem Sternenfeldbiotop in Birsfelden nichts zu suchen!

Je Naturnaher ein Teich, desto grösser die Artenvielfalt – die Biodiversität!

Frühe Adonislibelle am Teich - Sternenfeldbiotop (© Thomas Blum)

Ohne Pflege wird die offene Wasserfläche immer kleiner

Natürliche Verlandungsprozesse führen dazu, dass die Ufer eines Teiches mit der Zeit zuwachsen. Die im Wasser liegenden Pflanzenreste und Falllaub düngen das Gewässer, was das Pflanzenwachstum zusätzlich beschleunigt. Es empfiehlt sich deshalb, gelegentlich einen Teil der Ufervegetation zu entfernen. Dabei soll aber immer ein Teil der Vegetation geschont werden, damit eine schnelle Wiederbesiedlung der offenen Flächen möglich ist.

Heutige Tier- und Pflanzenwelt am Teich

Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen

  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Gemeiner Wasserstern (Callitriche stagnalis)
  • Echte Wallwurz (Symphytum officinale)
  • Faltiges Süssgras (Glyceria notata)
  • Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gewöhnliche Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gelbe Schwertlilie * !!! (Iris pseudacorus)
  • Gelbe Teichrose !!! (Nuphar lutea)
  • Sumpfdotterblume * (Caltha palustris)
  • Schmalblättrige Rohrkolben * (Typha angustifolia)
  • Breitblättriger Rohrkolben * (Typha latifolia)
  • Weisse Seerose * !!!(Nymphaea alba)
  • Seekannen * (Nymphoides)
  • Wasserminze * (Mentha aquatica)
  • Wasser-Knöterich * (Polygonium amphibium)
  • Echtes Mädesüss * (Filipendula ulmaria)
  • Bach-Nelkenwurz * (Geum rivale)
  • Gelbweiderich * (Lysimachia)
  • Gewöhnliche Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Scharfkantige Segge (Carex acutiformis)
  • Sibirische Schwertlilie ** !!! (Iris sibirica)
  • Steife Segge (Carex elata)
  • Sumpf- Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)
  • Stachelige Teichbinse (Schoenoplectus mucronatus)

* Diese Arten gehen auf Einsaaten und Einpflanzungen durch den Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden zurück.

** Diese Art wurde ursprünglich eingepflanzt, konnte sich nie wirklich entwickeln. In diesem Frühjahr im Mai, ist wieder einmal eine Einzelne gewachsen, leider wurde sie in voller Blüte von einer Rüsselkäferinvasion nach nur ein paar Tagen zerstört und vollkommen abgefressen – Die Natur kann manchmal auch grausam sein.

!!! Geschützte Pflanzen laut der Verordnung des Kantons Baselland, über den Schutz der einheimischen Pflanzen- und Tierarten (Artenschutzverordnung).

Gelbe Schwertlilie am Teich - Sternenfeldbiotop Mai 2010 (© J.Roth)

Vogelarten

  • Teichhuhn *** (Gallinula chloropus)
  • Stockente (Anas platyrhynchos)

*** Kehrt seit 5 Jahren immer zur Brutzeit in den Teich zurück!

Diese Vogelarten wurden ausnahmeweise beobachten:

  • Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana)
  • Waldschnepfe (Scolopax rusticola)
  • Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola)
  • Rohrschwirl (Locustella luscinioides)

Im Folgenden drei herausragende Brutereignisse des Biotops, die aus dem Brutvogelinventar der beiden Basler Kantone der 1990er Jahre zu entnehmen sind:

  • Rohrammer: erste erfolgreiche Brut beider Basel 1994!
  • Teichrohrsänger: wahrscheinlicher Brutvogel
  • Klappergrasmücke: wahrscheinlicher Brutvogel

Im Brutvogelinventar wird der Teichrohrsänger nur 8 Mal als wahrscheinlicher oder sicherer Brutvogel in den Kantonen BS und BL erwähnt, bei der Klappergrasmücke sind es insgesamt sogar nur 3 Nennungen als sicherer Brutvogel!

Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) © Jan Ole Kriegs

Amphibien, Insekten usw.

  • Teichfrosch/Wasserfrosch !!! (Rana esculenta)
  • Bergmolch !!! (Triturus alpestris)
  • Wasserläufer (Gerridae)
  • Zwergwasserläufer (Microvelia reticulata)
  • Teichläufer (Hydrometridae)
  • Schwimmkäfer (Dytiscidae)
  • Wasserwanzen (Nepomorpha)
  • Rückenschwimmer (Notonectidae)
  • Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis)
  • Wasserassel (Asellus aquaticus)
  • Wasserfloh (Daphnia)
  • Schlammfliegen (Sialis lutaria)
  • Köcherfliegen (Trichoptera)
  • Zuckmücken (Chironomidae)
  • Stechmücken (Culicidae)
  • Wasser-Regenwurm (Eiseniella tetraedra)
  • Plattkopf-Wasserfloh (Simocephalus vetulus)
  • Gemeine Wasserfloh (Daphnia pulex)
  • Schwammschwimmer (Ilybius fuliginosus)

Bergmolch im Teich - Sternenfeldbiotop

Diverse Larven:

  • Larven von Gross- und Kleinlibellen (siehe Libellenartenliste!)
  • Stechmückenlarve
  • Eintagsfliegenlarve
  • Köcherfliebenlarve

!!! Geschützte Tiere laut der Verordnung des Kantons Baselland, über den Schutz der einheimischen Pflanzen- und Tierarten (Artenschutzverordnung).

Es konnten bis Heute, gegen 23 verschiedene Libellenarten und 121 Vogelarten nachgewiesen werden.

Beobachtungstipps:

  • An einem Sommermorgen dem Schlüpfen einer Libelle zuschauen.
  • Die braunen Kaulquappen werden zu Fröschen, die schwarzen zu Kröten.
  • Die Molche mit dem orangen Bauch heissen Bergmolche.

Zukunft und Schutzbestrebungen

Das Ziel war es, einen artenreichen Teich mit genügend Sumpfgebiet entstehen zu lassen. Nun, auf dem besten Wege dahin ist er gefährdet und soll nach dem Willen des Kraftwerks Birsfelden angeblich verschwinden, weil anscheinend ein landschaftsarchitektonischer Park entstehen soll. Wer soll das verstehen? Aus heutiger Sicht ein beschämendes Vorhaben. Teiche sind letzte Rückzugsgebiete für viele seltene, geschützte Moor-, Sumpf-, und Wasserpflanzen und Tiere (Amphibien, Reptilien, Vögel, wirbellose Kleintiere,). Dieses Kleingewässer ist ein landschaftliches Kleinod. Der Teich im Sternenfeldbiotop ist ein beliebter Erholungsort, daher sollte man ihn unbedingt erhalten. Doch die Gefährdung ist klar, Feuchtgebiete, auch künstlich angelegte, werden immer noch als besser nutzbare „Grundstücke“ zugeschüttet. In der Schweiz wurden in den letzten 100 Jahren über 90 % der Feuchtgebiete vernichtet! Die Erhaltung des Teiches ist deshalb nötiger denn je!

Gerade in einer Zeit, in der Naturgärten mit Teiche im Trend liegen, sollten Kantonsunternehmen, welche “nur” Dank der Natur – Ökostromgewinne erziehlen- , diese schützen!

In neuerer Zeit verkauft die Kraftwerk Birsfelden AG ihren Ökostrom als «Regiostrom» mit einem Aufpreis von 2 Rappen/kWh an den Energieversorger EBM (Baz. vom 28.4.2010). Es ist daher mehr als angebracht, einen Teil des Gewinns an die Natur zurückzugeben, sowie bei jedem zertifizierten Unternehmen des «Naturmade»-Lable» vorgesehen. Der artenreiche Lebensraum „Biotop am Stausee“ ist zu erhalten und nicht zu beseitigen!

Ein naturnaher Teich, fördert also die Artenvielfalt im Siedlungsraum – Die Biodiversität!

Lieber ein artenreicher Teich, anstatt Zierteich!

Teichhuhn auf dem Teich - Sternenfeldbiotop (© J.Roth)

Zusatzinfo:

Amphibien

Im Baselbiet gibt es derzeit zehn Amphibienarten. Besonders wertvolle Amphibienstandorte stellen bei uns Kies- und Lehmgruben dar, während Weiher und Teiche zumeist von häufigeren Arten bewohnt sind. Obwohl am Teich im Sternenfeldbiotop die selteneren Arten fehlen, kommen mehrere in grosser Anzahl vor (Wasserfrösche und Bergmolche).

Die meiste Zeit des Jahres leben Amphibien unauffällig im Wald, am Waldrand, auf Wiesen, Felder oder in Gärten. Sie ernähren sich von Insekten, Spinnen und Würmern. Für die Fortpflanzung sind sie auf sonnige Weiher oder Tümpel angewiesen. Die Amphibien überwintern versteckt in Erdlöchern, Stein- und Asthaufen oder im Bodensediment von Teiche, Weihern, usw.

  • Im Frühling können Sie hier Wasserfrosch und Bergmolch beim Laichgeschäft beobachten. Mit etwas Glück entdecken Sie vielleicht ein Grasfrosch. Wasserfrösche sind vor allem im Sommer zu hören. Die Männchen sind an den 2 grossen Schallblasen deutlich zu erkennen.
  • Fische fressen Amphibienlaich und verhindern damit deren Fortpflanzung. Sie dürfen deshalb auf keinen Fall im Teich ausgesetzt werden!
  • Alle Amphibien sind geschützt, laut Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG)  ab Art. 18 und folgende!

Aus der Sicht des Artenschutzes müssten die Amphibien  im Teich des Sternenfeldbiotops, eigentlich von zentraler und nationaler Bedeutung sein!

Wasserfrosch im Teich (© Thomas Blum)


Ausnahmsweise Vogelbeobachtungen am Teich:

Dunkellaubsänger (Phylloscopus fuscatus) © Felix Jachmann

Der absolute Höhepunkt war der viertägige Besuch eines Dunkellaubsängers im Oktober 1992. Es ist dies die erste und bis jetzt einzige Beobachtung dieser ostasiatischen Art in der Schweiz! Aus der ganzen Schweiz kamen Ornithologen zum kleinen Biotop bei Birsfelden, um diesen seltenen Irrgast zu bewundern.

PDF-DokumentArtenliste der Libellen im Sternenfeldbiotop


PDF-Dokument Gemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!

PDF-DokumentVernetzungsprojekte – im interesse von Natur

PDF-DokumentAusgleichsflächen -Vorteile für die Natur

Sternenfeldbiotop – Jede Spende hilft!

Jede Spende ermöglicht es dem Komitee: Nein zur Zerstörung des Biotops, noch mehr für die Natur im Siedlungsraum zu tun.

Spendenkonto: Koto-Nr. 40-44-0

IBAN CH45 0076 9016 5100 6463 8

Basellandschaftliche Kantonalbank

4144 Liestal

Zugunsten: «Grüne – Biotop Birsfelden»

Postfach 330

4127 Birsfelden

(Spenden bitte immer mit dem Vermerk «Grüne – Biotop Birsfelden» versehen.)

Vielen Dank!

Sind Sie Medienschaffende/r, dann melden Sie sich bitte bei unserem Medienverantwortlichen!

Komitee NEIN zur Zerstörung des Biotops
Postfach 330
4127 Birsfelden
E-mail: facebook@biotop-birsfelden.ch

Mosaiklibelle(© Thomas Blum)

Eine Zusammenarbeit von F. Schreier (Homepagesupport), J. Roth (Homepagebetreuung, Text u. Bildmaterial), F. Raschdorf (Mitbegründer “Biotop am Stausee”, Textmithilfe u. Artenliste der Anfängen), z.T mit fachlicher Unterstützung von Örni Akeret (Dr. Biologie Uni Basel; Präsident des NVVB), Die Makrobilder stammen von Th. Blum u. Diversen. Vogelbeobachtungen seit den Anfängen von Dr. med. Georges Preiswerk, (Mitglied der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission (SAK) von 1999 bis 2009. Mitglied der ornithologischen Gesellschaft Basel (OGB), berichtet über das Reservat in den Langen Erlen). Stand Juni 2010.

Naturvielfalt im Siedlungsraum Birsfelden

Natur im Siedlungsraum - Sternenfeldbiotop (© J.Roth)

Das Sternenfeldbiotop, ein einmaliger Naturgarten im unmittelbaren Siedlungsraum in Birsfelden:

Früher befand sich auf der Kraftwerkparzelle 1550 in Birsfelden ein Maisfeld. Nach dem Bau der 2 Schleuse (Einweihung 1979), wurde durch das Engagement Birsfelder BürgerInnen und Dank der Zustimmung der damaligen Kraftwerkleitung und des damaligen Gemeinderates, ein für Birsfelden einmaliger Erholungsraum mit Familiengärten, Tennisplätzen und dem «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Feucht-Biotop» – dem sogenannten «Sternenfeldbiotop» geschaffen.

Es entstand so ein wilder und deshalb artenreicher Naturgarten, also ein optimaler Lebensraum für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt.

Da Naturgärten im Trend liegen und viele Gemeinden, diese Art von Naturschutz entdeckt haben, möchten wir hier den Birsfelder Gemeinde Verantwortlichen, den Bürgerinnen und Bürger Birsfeldens, sowie den vielen Besucher von Nah und Fern, in den nächsten Wochen, den einmaligen Naturgarten Birsfeldens mit den artenreichen einzelnen Lebensräumen (Biotope / Habitate) näherbringen.

Lebensräume (Biotope / Habitate)

Um einer möglichst grossen Vielfalt von Lebewesen das Leben zu ermöglichen, braucht es eine möglichst grosse Vielfalt von Biotope (Habitate).  Das Sternenfeldbiotop ist ein wunderbares Beispiel dieser Naturvielfalt!

Sternenfeldbiotop Birsfelden - Die Übersicht ©GoogleEarth

Ab nächster Wochen werden wir die einzelnen Biotope des Sternenfeldbiotop in Birsfelden etwas genauer unter die Lupe nehmen und Aufzeigen, dass der Erhalt dieses – für Birsfelden einmaligen Naturgartens – enorm wichtig ist!:

  • Teil 1: Feuchtbiotop: Der Teich

  • Teil 2: Wiesenbiotop: Die artenreiche Blumenwiese – Die zukünftige Magerwiese

  • Teil 3: Trockenbiotop: Die Kleinstrukturen – Trockenmauer und Steinhaufen

  • Teil 4: Heckenbiotop: Sträucher und Bäume

Zusatzinformationen:

PDF-Dokument Gemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!


PDF-Dokument Vernetzungsprojekte – im Interesse der Natur und Landschaft

PDF-Dokument Ausgleichsflächen – Vorteile für die Natur und Landschaft

PDF-Dokument Hecken sind ökologisch und ökonomisch interessant

PDF-Dokument Kleinstrukturen – grosse Chance für Natur und Landschaft

PDF-Dokument Tage der Artenvielfalt vom 12. Juni bis zum 27. Juni 2010

PDF-Dokument Einladungsflyer mit Führungsprogramm  zum 8. Basler Tag der Artenvielfalt 2010

PDF-Dokument Argumente für die Biodiversität

Oder klicken Sie hier:

Der vielfältige Naturgarten Birsfeldens - Sternenfeldbiotop

27 Jahre Vogelbeobachtungen im Sternenfeldbiotop Birsfelden

Bedeutend für zahlreiche Durchzügler. (Viele Büsche, Sträucher mit Beeren, Teich mit Schilf, artenreiche Blumenwiese und Kleinstrukturen mit Insekten).

Sternenfeldbiotop Birsfelden - Die Übersicht ©GoogleEarth

Beispiele für regelmässig zu beobachtende Vogelarten. Speziell hervorgehoben (unterstrichen) sind Vögel, die nicht unbedingt alltägliche Arten sind und für die das Biotop deshalb eine besondere Bedeutung hat:

  • Graureiher (Ardea cinerea)
  • Ringeltaube (Columba palumbus)
  • Teichralle, häufiger genannt Teichhuhn (Gallinula chloropus)
  • Grünspecht (Picus viridis)
  • Buntspecht (Dendrocopos maj)
  • Distelfink (Carduelis carduelis)
  • Fitis (Phylloscopus trochilus)
  • Zilpzalp (Phylloscopus collybita)
  • Weissstorch (Ciconia ciconia)
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)
  • Bachstelze (Motacilla alba)
  • Sperber (Accipiter nisus)
  • Wanderfalke (Falco peregrinus)
  • Baumfalke (Falco subbuteo)
  • Turmfalke (Falco tinnunculus)
  • Mauersegler (Apus apus)
  • Alpensegler (Tachymarptis melba)
  • Wendehals (Jynx torquilla)
  • Baumpieper (Anthus trivialis)
  • Wiesenpieper (Anthus pratensis)
  • Schafstelze (Motacilla flava)
  • Bergstelze (Motacilla cinerea)
  • Heckenbraunelle (Prunella modularis)
  • Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)
  • Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
  • Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
  • Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
  • Wacholderdrossel (Turdus pilaris)
  • Rotdrossel (Turdus iliacus)
  • Singdrossel (Turdus philomelos)
  • Misteldrossel (Turdus viscivorus)
  • Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus)
  • Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris)
  • Feldschwirl (Locustella naevia)
  • Gartengrasmücke (Sylvia borin)
  • Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla)
  • Dorngrasmücke (Sylvia communis)
  • Klappergrasmücke (Sylvia curruca)
  • Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca)
  • Grauschnäpper (Muscicapa striata)
  • Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus)
  • Wintergoldhähnchen (Regulus regulus)
  • Sumpfmeise (Poecile palustris)
  • Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)
  • Beutelmeise (Remiz pendulinus)
  • Rohrammer (Emberiza schoeniclus)
  • Bergfink (Fringilla montifringilla)
  • Erlenzeisig (Carduelis spinus)
  • Hänfling (Carduelis cannabina)
  • Girlitz (Serinus serinus)
  • Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)
  • Kernbeisser (Coccothraustes coccothraustes)
  • Feldsperling (Passer montanus)
  • Eichelhäher (Garrulus glandarius)
  • Dohle (Corvus monedula)
  • Saatkrähe (Corvus frugilegus)

Unregelmässige Besucher (nicht alljährlich):

  • Kuckuck (Cuculus canorus)
  • Wiedehopf (Upupa epops)
  • Grauspecht (Picus canus)
  • Mittelspecht (Dendrocopos medius)
  • Kleinspecht (Dendrocopos minor)
  • Bergpieper (Anthus spinoletta)
  • Neuntöter (Lanius collurio)
  • Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe)
  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
  • Orpheusspötter (Hippolais polyglotta)
  • Gelbspötter (Hippolais icterina)
  • Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix)
  • Berglaubsänger (Phylloscopus bonelli)
  • Goldammer (Emberiza citrinella)
  • Zaunammer (Emberiza cirlus)
  • Birkenzeisig (Acanthis flammea)
  • Kreuzschnäbel (Loxia)
  • Pirol (Oriolus oriolus)

Ausnahmsweise beobachtet:

  • Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana)
  • Waldschnepfe (Scolopax rusticola)
  • Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola)
  • Rohrschwirl (Locustella luscinioides)
  • Dunkel Laubsänger (Phylloscopus fuscatus)
  • Zaunammer (Emberiza cirlus)

Höhepunkte der letzten 27 Jahre:

Dunkellaubsänger (Phylloscopus fuscatus) © Felix Jachmann

Der absolute Höhepunkt war der viertägige Besuch eines Dunklen Laubsängers im Oktober 1992. Es ist dies die erste und bis jetzt einzige Beobachtung dieser ostasiatischen Art in der Schweiz! Aus der ganzen Schweiz kamen Ornithologen zum kleinen Biotop bei Birsfelden, um diesen seltenen Irrgast zu bewundern!

Brutvögel:

Am Teich Stockente und Teichhuhn (Brütet seit 5 Jahren hier!). Sonst Mönchsgrasmücke, Zilpzalp etc..

Im Folgenden drei herausragende Brutereignisse des Biotops, die aus dem Brutvogelinventar der beiden Basler Kantone der 1990er Jahre zu entnehmen sind:

  • Rohrammer (Emberiza schoeniclus): erste erfolgreiche Brut beider Basel 1994!
  • Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus): wahrscheinlicher Brutvogel.
  • Klappergrasmücke (Sylvia curruca): wahrscheinlicher Brutvogel.

Im Brutvogelinventar wird der Teichrohrsänger nur 8 Mal als erwähnt, bei der Klappergrasmücke sind es insgesamt sogar nur 3 Nennungen als sicherer Brutvogel! wahrscheinlicher oder sicherer Brutvogel in den Kantonen BS und BL.

Teichrohrsaenger (Acrocephalus scirpaceus) © Jan Ole Kriegs

Viele Arten nur vorbeifliegend aber häufig vom Biotop angelockt, ohne dass sie sich niedergelassen haben:

Verschiedene Greifvögel, Enten, Möwenarten und Limikolen (Flussuferläufer, Waldwasserläufer, Bekassine, Grosser Brachvogel, Regenbrachvogel, … etc.), Schwalben, Lerchen etc.

27 Jahre Vogelbeobachtungen im Sternenfeldbiotop Birsfelden = 27 Jahre Biodiversität Birsfelden

PDF-Dokument 27 Jahre Vogelbeobachtungen Sternenfeldbiotop – Eine Aufzählung!

PDF-Dokument Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1992

Aktuelle Vogelbeobachtungen im Sternenfeldbiotop im Mai 2010:

01. Mai:

  • Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
  • Grauschnäpper (Muscicapa striata)

15. Mai:

  • Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus)

Eine Zusammenstellung von: Dr. med. Georges Preiswerk, Mitglied der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission (SAK) von 1999 bis 2009. Mitglied der onithologischen Gesellschaft Basel (OGB), berichtet über das Reservat in den Langen Erlen. (Stand Mai 2010)

Die Biodiversität und warum sie uns kümmern sollte

Den Begriff Biodiversität hören wir sehr oft, doch was bedeutet er eigentlich? Ganz einfach gesagt geht es um die Vielfalt. Doch was sich auf den ersten Blick simpel anhört, ist dann doch etwas komplizierter – wie so fast alles, leider. ;-)

Die Biodiversität gliedert sich in drei Teile. Sie sind alle unverzichtbar für ein funktionierendes Ökosystem. Ein solches ist wieder an jedem Ort der Welt nötig, damit wir Nahrung, Luft und Rohstoffe haben.

Aerial Atoll (via sleepychinchilla @flickr)

Aerial Atoll (via sleepychinchilla @flickr)

  1. Vielfalt der Arten, klassische Artenvielfalt, oft auch exklusiv unter Biodiversität verstanden
  2. genetische Vielfalt, besonders wichtig im Bezug auf Anpassungsfähigkeit der Art
  3. Vielfalt der Ökosysteme und Ökosystemprozesse, auch Prozesse, wie Überflutungen oder Waldbrände sind teil der Biodiversität

Ohne, dass wir es merken, leistet die Natur täglich Dienstleistungen, produziert Güter und Rohstoffe, die wir alleine gar nicht oder nur mit gigantischen Kosten hätten. So leisten Bienen knapp einen Zehntel des Werts der Weltnahrungsproduktion mit der Bestäubung von Blütenpflanzen auf dem ganzen Globus. Daneben putzen diverse Pflanzen und Tiere unsere Gewässer, sorgen für Sauerstoff und entsorgen unseren Abfall.

Neben diesen Dienstleistungen gibt es auch noch die Schutzfunktion: So schützen uns diverse Tiere wiederum vor anderen Schädlingen oder Schutzwälder vor Lawinen, Erdrutschen und Steinschlägen.

Nicht zu vergessen ist auch der ethische Aspekt: Dürfen wir entscheiden, welche Spezies leben dürfen und welche nicht? Können wir es uns also leisten, dass Arten verschwinden, massenhaft Individuen Wilderei, Brandrodungen oder dem Klimawandel zum Opfer fallen? Es ist zwar immer schwierig, den genauen Unterschied zwischen Nutzen und Ausbeuten festzulegen, doch ich denke, dass wir mit dem Massstab der Nachhaltigkeit ein gutes Kriterium haben.

Biodiversity Hall at AMNH (via Dom Dada @flickr)

Biodiversity Hall at AMNH (via Dom Dada @flickr)

Zwar auch wichtig, aber nicht überall anwendbar ist die Erholungs-, Genuss- und Freizeitfunktion, welche viele Grünflächen in der Schweiz haben. Kaum ein Wald ohne Spaziergänger oder Bikerinnen. Auch wenn nun über die Hälfte der Menschen in Städten wohnt, so ist die Möglichkeit, ins Grüne zu gehen für viele Leute ganz wichtig, besonders in den Industrieländern. Wer fährt nicht gerne in den Alpen Ski, spaziert an einem Fluss entlang, macht Ferien am Meer oder wandert im hohen Norden.

Weltweit steht die Biodiversität hauptsächlich an zwei Orten unter extremem Druck: Einerseits in den tropisch freuchten Wäldern und andererseits in den Ozeanen, Meeren und Binnengewässern.

In den tropisch feuchten Wäldern (oder auch Regenwäldern) ist der Druck vor allem durch die Rodungen im Amazonasbecken, in Zentralafrika und in Südostasien gigantisch. Würde die Schweiz gleich schnell kleiner werden, wie alleine in Brasilien der tropische Regenwald abgeholzt wird, so wäre nach dreieinhalb Jahren nichts mehr übrig! Das Tempo ist atemberaubend und im Moment deutet leider wenig auf baldige Besserung hin. Problematisch ist auch, dass die Aufforstung ganz schwierig ist, weil die komplexen Ökosysteme sich oft nur ungenügend wiederherstellen lassen und die Böden degradiert sind.

Die Gewässer andererseits stehen etwas schwerer nachvollziebaren Einflüssen gegenüber. In Landwirtschaftsgebieten ist der Nährstoffeintrag aus Dünger und Gülle das Problem. In den Ozeanen ist vor allem der Plastikmüll ein enormes Problem für die Vögel, welche diesen Abfall fressen und daran sterben. Der Klimawandel wiederum bedroht die Korallenriffe, ein Hotspot der Evolution.

Es ist deshalb sehr wichtig, dass wir den ungeheuren Vorrat an noch unbekannten Wirkstoffen für Krankheiten, die Formenvielfalt, die zahlreichen Dienste, etc. erhalten. Wir müssen vom Wegwerfen zum Wiederverwenden kommen – eine ganz schwierige Wandlung. Denn nicht nur ist das Wegwerfen viel komfortabler und schneller erledigt, es ist auch eine in den letzten Jahrzehnten gut trainierte Gewohnheit von uns geworden. Tatsächlich können wir noch viel mehr recyclen, als wir es jetzt schon tun, auch wenn die Schweiz ganz gut dasteht.

Wir müssen aber auch unsere Umwelt mehr wieder vor uns selbst schützen, indem wir unseren Freizeitaktivitäten sinnvolle Grenzen setzen.

Bild von sleepychinchilla und Dom Dada auf flickr



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