Es ist viel passiert in den letzten fast dreissig Jahren rund um die Kraftwerkparzelle 1550 an der Schleuse.
Der Weg bis zum «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Freucht-Biotop» – Dem Sternenfeldbiotop
Die Bestrebungen zur Benützung dieses Areals gehen zurück auf das Jahr 1965. Damals hat der Pflanzenland-pächterverein dem Regierungsrat ein Schreiben zugestellt, dass Interesse bestehe, dass Areal für die Erstellung von Familiengärten zu übernehmen. Viele Jahre geschah dann nichts mehr. Später ist das Gespräch über das Areal erneut aufgeflammt anlässlich der Gemeindeversammlung vom 17. Dezember 1974, als der Tennisclub einen Antrag stellte für 6 Tennisplätze auf dem Areal zu errichten. Die Gemeindeversammlung lehnte diesen Antrag eindeutig ab. Doch die Diskussionen darüber gingen weiter. 1975/ Zwischenzeitlich haben sich die Pflanzenlandpächter und der Boccia-Club wieder gemeldet und weiter ihr Interesse für dieses Areal angekündigt, wie auch der Tennisclub. Auch wurden 3 Anträge gestellt, auf dem Areal eine grosse Grünfläche enstehen zu lassen. Nach langem hin und her, wurde eine Vereinbarung mit der Kraftwerk Birsfelden AG berreinigt, welche am 24. Oktober 1979 durch den Einwohnerrat einstimmig zugestimmt wurde. Die Vereinbarung mit der Kraftwerk Birsfelden AG dauert bis zum Ablauf der Konzession des Kraftwerks, wird die Konzession verlängert, gilt die Vereinbarung für die verlängerte Konzessionsdauer (15.2. 2034) ebenfalls! Mit den interessierten Vereinen wurden Gespräche, betreffend der Gestaltung und Überbauung geführt.
Am 25. Juni 1980 hat die “Aktion 1550″ (Daraus gründete sich der heutige Quartierverein Sternenfeld und den es ohne das damalige Engagement für das Biotop nicht geben würde!) !) eine Petition mit 1100 Unterschriften eingereicht. Die “Aktion 1550″ setzt sich speziell für die Kraftwerkparzelle 1550 ein und möchte, dass keine Sportanlagen, keine Pflanzengärten, also überhaupt nichts verbaut wird, sondern dass das Areal der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird. Die Petitionäre sind grundsätzlich nicht gegen den Sport, noch gegen Familiengärten eingestellt, sie finden lediglich, der Standort der geplanten Anlagen sein nicht der richtige. Ihre Idee besteht vielmehr darin, die Rheinpromenade vom Birskopf her weiterzuführen. Im weiteren sollte jede Möglichkeit, in der Gemeinde Grünflächen zu erhalten, genutzt werden. Die Grünflächen wären nicht nur als grosse plane Fläche gedacht, sondern sollten eher als eine Parklandschaft (Erholungsraum) mit Wildwuchs und Weiher etc. gestaltet werden. Bei dieser Lösung verpflichten sich die Petitionäre, aktiv an der Gestaltung und Erstellung der Anlage mitzuwirken.
Wie ging es weiter?
Hier deshalb eine kleine Chronik der Kraftwerkparzelle 1550:
- 1980, 25. Juni: Einreichung der Petition der “Aktion 1550″ mit 1100 Unterschriften. Die “Aktion 1550″ möchte die ganze Kraftwerkparzelle unverbaut lassen und daraus einen Naturgarten entstehen lassen für die Allgemeinheit.
- 1980, 23. April: Einwohnerrat Birsfelden befindet über die Zonenplan „Kraftwerk“. Änderung zu: „Spezialzone Kraftwerk und Erholungseinrichtungen“.
- 1980, 12. August: Regierungsatsbeschluss, Inkrafttreten der Zonenplanänderung “Kraftwerk” für die Erweiterung der Nutzungsmöglichkeit der Parzelle 1550. Weiterhin bleibt die Zonenordung von 1949 rechtsgültig.
- 1980, 19. September: Einwohnerratsbeschluss. Die Gestaltung der Parzelle 1550 gemäss Nutzungsplan.
- 1980, 22. Oktober: Einwohnerratsbeschluss Birsfelden, betreffend „Erschliessung und Nutzung des Areal Kraftwerk (Parzelle 1550). „Aktion 1550“ ergreift gegen diesen Beschluss erfolgreich das Referendum, sie setzt sich für die Erhaltung des Areals als Grünfläche ein.
- 1980: Unterzeichnung Pachtverträge zwischen den zukünftigen nutzenden Vereinen (Tennisclub Birsfelden u. Familiengartenverein Birsfelden), der Gemeinde Birsfelden und der Kraftwerk Birsfelden AG (KWB).
- 1981, 5. April: Abstimmung Gegenvorschlag zum Einwohneratsbeschluss der „Aktion 1550“. Der Einwohnerratsbeschluss wird mit 2226 Stimmen angenommen, der Gegenvorschlag von der „Aktion 1550“ abgelehnt.
- 1982, 3. Februar: Gründung des Quartierverein Sternenfeld (QS). Die Gründung des Quartierverein Sternenfeld, resultierte aus der „Aktion 1550“ heraus, die sich Damals (1979-1982) für einen Naturgarten auf der gesamten Kraftwerkparzelle 1550 stark gemacht hat.* Nach mehrjährigen Verhandlungen und Referendumsabstimmung, wurde die noch heute gültige Kompromisslösung, aus: Sternenfeldbiotop (Naturschutzgebiet!), Familiengärten und Tennisplätze, erschaffen!
- 1982, September: Quartierverein Sternenfeld Einladung Gemeinderat Birsfelden zur Sitzung für die Gestaltung der Parzelle 1550.
- 1983: Entstehung Grünanlage mit Blumenwiese, Hecken, Trockenmauer, Trockenbiotop, Sumpfgebiet und 600m2 Teich mit tiefster Mitte von 1m, durch Natur- u. Vogelschutzverein (NVVB) u. Quartierverein Sternenfeld.
- 2000: Alle Pachtverträge werden durch die KWB AG nach 20 Jahren gekündigt.
- 2001, 10. Dezember: Der Quartierplan 19 und damit der Bau eines Hochhauses an der Schleuse wird mit 251 zu 278 Stimmen abgelehnt.
- 2001, 20. Dezember: Stimmrechtsbeschwerde gegen den GVS-Beschluss vom 10. Dezember 2001 erheben K.H., H.F. und Konsorten, J.N. sowie der Gemeinderat Birsfelden am 20. Dezember 2001 Beschwerde beim Regierungsrat.
- 2002, 5. Februar: Regierungsratentscheid BL: Gutheissung der Beschwerden von K.H., H. F. und Konsorten sowie des Gemeinderates Birsfelden und diejenige von J.N. teilweise gut; der Gemeindeversammlungsbeschluss vom 10. Dezember 2001 betreffend Quartierplan 19 wird aufgehoben und der Gemeinderat Birsfelden wird angewiesen, den Quartierplan 19 der Gemeindeversammlung Birsfelden nochmals zur Beschlussfassung zu unterbreiten.
- 2002, 17. Februar: Erheben gegen den Regierungsratsentscheids BL Beschwerde beim Kantonsgericht BL; H.L. T.W, M.H., H.L., A.M., und E.H. sowie C.Z., I.M., H.M., und A. R.
- 2002: Kantonsgerichtsentscheid BL, trotz vielen Ungereimtheiten, muss die Abstimmung über den Quartierplan 19 nochmals wiederholt werden.
- 2003, 24. März: GVS-Wiederholungsabstimmung. Der Quartierplan 19 und damit der Bau eines Hochhauses an der Schleuse wird mit 462 zu 398 Stimmen abgelehnt. Nach dem Scheitern der Hochhauspläne wird der bestehende Pachtvertrag zwischen der Kraftwerk Birsfelden AG (KWB) und der Gemeinde Birsfelden (Nutzer: Gemeinde, Familiengärtnerverein und Tennisclub) auf Ende der Laufzeit durch die KWB definitiv gekündigt.
- 2003: Kündigung der 2 Wohnungen im alten Verwaltungsgebäude der KWB AG.
- 2006, 23. Oktober: Ortsplanrevision, Parzelle 1550 bleibt in der Spezialzone Kraftwerk und Erholungszone.
- 2008, 16. Oktober: Erscheinung des BAZ-Artikel „Luxuswohnungen und einen Park“ Neue KWB AG Pläne, das alte Verwaltungsgebäude soll um eine Etage aufgestockt werden, unten sollen Räume für Büros und Praxen entstehen, im oberen Stock vier grosszügige Wohnungen. Die Umgebung soll zu einem schönen Park umgestaltet werden. Pläne eines Landschaftsarchitekten liegen bereits vor, bei dem das 26 Jahre alte Biotop mit Weiher einmal mehr auf dem Spiel steht.
- 2009, 22. Juni: GVS-Abstimmung über die Mutation Zonenreglement Siedlung, damit die KWB AG Birsfelden ihr altes Verwaltungsgebäude aufstocken und umbauen können, mit gleichzeitig Neuerstellung von 8 oberirdischen Garagen, Neugestaltung eines Parks, evtl. mit Spielplatz, was das Aus für das Biotop mit dem Weiher bedeuten würde. Nach langen Diskussion und mehreren Anträgen, nimmt eine Mehrheit diese Mutation Zonenreglement Siedlung an.
- 2009, Juli: In der Ferienzeit wird das fakultativen Referendums gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2009, betreffend Mutation Zonenreglement Siedlung von SP, Grüne, Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden ergriffen.
- 2009, August: Gemeinde Birsfelden bestätigt Zustandekommen des Referendums mit 574 gültigen Unterschriften.
- 2009, 29. November: Urnenabstimmung über die Mutation Zonenreglement Siedlung, bei dem es um eine 1.5m Aufstockung/Umbau des alten Verwaltungsgebäudes der KWB AG für Luxuswohnungen geht, sowie Neuerstellung von 8 oberirdischen Garagen. Gleichzeitig soll die Grünanlage zu einem öffentlichen Park umgestaltet werden, bei dem das heutige Biotop mit Weiher verschwinden soll. Das Referendum wird mit 1637 Ja-Stimmen gegen 1342 Nein-Stimmen abgelehnt. Nun steht die Zukunft des Hecken-Wiesen-Teich-Biotop am Stausee auf wackeligen Beinen. Es kann nur gehofft werden, dass die Verantworlichen im Gemeinderat nicht vergessen habe, dass es die Kraftwerk Birsfelden AG war, die diese 26 Jahre alte Naturoase zwischen den Hochhäusern erst ermöglicht hat.
- 2009, 09. Dezember: Einreichung Interpellation von Jürg Wiedemann, Grüne Fraktion: Biotop als Ausgleichsfläche für den Bau der zweiten Schleuse, Amphibienschutz laut NHG Art. 18., usw.
- 2010, UNO-Jahr der Biodiversität
- 2010, 09. März: Schriftliche Antwort des Regierungsrats BL der Interpellation von Jürg Wiedemann, Grüne Fraktion: Biotop als Ausgleichsfläche für den Bau der zweiten Schleuse, Amphibienschutz laut NHG Art. 18., usw. Der Regierungsrats BL setzt sich trotz, Bundesgesetz NHG Art. 18 und folgenden, nicht wirklich für den Erhalt des schützenswerten Biotops bei der Schleuse ein.
- 2010, 12.März: Birsfelder Anzeiger: Artikel über “Die Naturschützer ziehen sich aus dem Biotop zurück”, betreffend dem offenen Brief des Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB), an den Gemeinderat Birsfelden und des Verwaltungsrates der Kraftwerk Birsfelden AG (KWB). Der NVVB möchte schweren Herzens sein 27-jähriges Engagement und Pflege für das Biotop bei der Schleuse bis auf weiteres pausieren und an den Gemeinde Birsfelden und der KWB zurückgeben. Da nach der verlorenen Abstimmung vom 29. November 2010, jederzeit, die Zukunft ungewisser den je ist und dieser 27 Jahre alte Naturgaren, zerstört werden könnte, möchte der NVVB seine Mitglieder nicht mehr unnötig Aufbieten für die Pflege eines artenreichen Lebensraumes (= Biotop), dass eben Momentan auf wackeligen Beinen steht. Der NVVB erwartet eine eindeutige Stellungsnahme vom Gemeinderat Birsfelden und dem Verwaltungsrat der KWB, für den Erhalt dieser schützenswerten Naturoase im unmittelbaren Siedlungsraum. Gerade im UNO-Jahr der Biodiversität wäre das ein gutes Zeichen für die einheimische und “noch” artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.
* Leider hat der Quartierverein Sternenfeld (QS) seinem Gründungs-Engagement (Gründung, dank der “Aktion 1550″ für die Natur und den es ohne das damalige Engagement für das Biotop nicht geben würde!) schon länger den Rücken gekehrt und setzt sich nicht mehr für den Erhalt des „Sternenfeldbiotop“ ein, obwohl dieser artenreichen Naturgarten seit 27 Jahren ein sehr beliebter Erholungsort für Besucher aus dem Sternenfeldquartier, wie auch von weiter her geworden ist (Laut Statuten des Quartierverein Sternenfeld Punkt 1.2, sollte er weiter die Interessen des Sternenfeldquartiers, insbesondere im Hinblick auf dessen Wohnqualität vertreten!).


Gemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!
Gemeinde Birsfelden
Grüne Baselland
Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband
Greenpeace
Karch
Naturschutz.ch
Praktischer Umweltschutz Pusch
Pro Natura
Regio Grüngürtel
SVS/BirdLife Schweiz
Verkehrsclub der Schweiz VCS
Vogelwarte Sempach
WWF Schweiz
Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden
OGB – Ornithologische Gesellschaft Basel
Verein Naturnetz
2010: UNO-Jahr der Biodiversität
Beobachter Natur
Biodiversität im Siedlungsraum
BirdLife Schweiz: Biodiversität – Vielfalt ist Reichtum
GEO – Tag der Artenvielfalt
Kulturpflanzen u. Nutztieren – Gefährdete Biodiversität!
Petition zum Schutz der Biodiversität
SF DOK – Netz Natur
Vogel des Jahres 2010 – Die Mehlschwalbe
Was ist Biodiversität?
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