Monthly Archive for Mai, 2010

Naturvielfalt im Siedlungsraum Birsfelden

Natur im Siedlungsraum - Sternenfeldbiotop (© J.Roth)

Das Sternenfeldbiotop, ein einmaliger Naturgarten im unmittelbaren Siedlungsraum in Birsfelden:

Früher befand sich auf der Kraftwerkparzelle 1550 in Birsfelden ein Maisfeld. Nach dem Bau der 2 Schleuse (Einweihung 1979), wurde durch das Engagement Birsfelder BürgerInnen und Dank der Zustimmung der damaligen Kraftwerkleitung und des damaligen Gemeinderates, ein für Birsfelden einmaliger Erholungsraum mit Familiengärten, Tennisplätzen und dem «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Feucht-Biotop» – dem sogenannten «Sternenfeldbiotop» geschaffen.

Es entstand so ein wilder und deshalb artenreicher Naturgarten, also ein optimaler Lebensraum für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt.

Da Naturgärten im Trend liegen und viele Gemeinden, diese Art von Naturschutz entdeckt haben, möchten wir hier den Birsfelder Gemeinde Verantwortlichen, den Bürgerinnen und Bürger Birsfeldens, sowie den vielen Besucher von Nah und Fern, in den nächsten Wochen, den einmaligen Naturgarten Birsfeldens mit den artenreichen einzelnen Lebensräumen (Biotope / Habitate) näherbringen.

Lebensräume (Biotope / Habitate)

Um einer möglichst grossen Vielfalt von Lebewesen das Leben zu ermöglichen, braucht es eine möglichst grosse Vielfalt von Biotope (Habitate).  Das Sternenfeldbiotop ist ein wunderbares Beispiel dieser Naturvielfalt!

Sternenfeldbiotop Birsfelden - Die Übersicht ©GoogleEarth

Ab nächster Wochen werden wir die einzelnen Biotope des Sternenfeldbiotop in Birsfelden etwas genauer unter die Lupe nehmen und Aufzeigen, dass der Erhalt dieses – für Birsfelden einmaligen Naturgartens – enorm wichtig ist!:

  • Teil 1: Feuchtbiotop: Der Teich

  • Teil 2: Wiesenbiotop: Die artenreiche Blumenwiese – Die zukünftige Magerwiese

  • Teil 3: Trockenbiotop: Die Kleinstrukturen – Trockenmauer und Steinhaufen

  • Teil 4: Heckenbiotop: Sträucher und Bäume

Zusatzinformationen:

PDF-Dokument Gemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!


PDF-Dokument Vernetzungsprojekte – im Interesse der Natur und Landschaft

PDF-Dokument Ausgleichsflächen – Vorteile für die Natur und Landschaft

PDF-Dokument Hecken sind ökologisch und ökonomisch interessant

PDF-Dokument Kleinstrukturen – grosse Chance für Natur und Landschaft

PDF-Dokument Tage der Artenvielfalt vom 12. Juni bis zum 27. Juni 2010

PDF-Dokument Einladungsflyer mit Führungsprogramm  zum 8. Basler Tag der Artenvielfalt 2010

PDF-Dokument Argumente für die Biodiversität

Oder klicken Sie hier:

Der vielfältige Naturgarten Birsfeldens - Sternenfeldbiotop

27 Jahre Vogelbeobachtungen im Sternenfeldbiotop Birsfelden

Bedeutend für zahlreiche Durchzügler. (Viele Büsche, Sträucher mit Beeren, Teich mit Schilf, artenreiche Blumenwiese und Kleinstrukturen mit Insekten).

Sternenfeldbiotop Birsfelden - Die Übersicht ©GoogleEarth

Beispiele für regelmässig zu beobachtende Vogelarten. Speziell hervorgehoben (unterstrichen) sind Vögel, die nicht unbedingt alltägliche Arten sind und für die das Biotop deshalb eine besondere Bedeutung hat:

  • Graureiher (Ardea cinerea)
  • Ringeltaube (Columba palumbus)
  • Teichralle, häufiger genannt Teichhuhn (Gallinula chloropus)
  • Grünspecht (Picus viridis)
  • Buntspecht (Dendrocopos maj)
  • Distelfink (Carduelis carduelis)
  • Fitis (Phylloscopus trochilus)
  • Zilpzalp (Phylloscopus collybita)
  • Weissstorch (Ciconia ciconia)
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)
  • Bachstelze (Motacilla alba)
  • Sperber (Accipiter nisus)
  • Wanderfalke (Falco peregrinus)
  • Baumfalke (Falco subbuteo)
  • Turmfalke (Falco tinnunculus)
  • Mauersegler (Apus apus)
  • Alpensegler (Tachymarptis melba)
  • Wendehals (Jynx torquilla)
  • Baumpieper (Anthus trivialis)
  • Wiesenpieper (Anthus pratensis)
  • Schafstelze (Motacilla flava)
  • Bergstelze (Motacilla cinerea)
  • Heckenbraunelle (Prunella modularis)
  • Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)
  • Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
  • Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
  • Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
  • Wacholderdrossel (Turdus pilaris)
  • Rotdrossel (Turdus iliacus)
  • Singdrossel (Turdus philomelos)
  • Misteldrossel (Turdus viscivorus)
  • Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus)
  • Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris)
  • Feldschwirl (Locustella naevia)
  • Gartengrasmücke (Sylvia borin)
  • Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla)
  • Dorngrasmücke (Sylvia communis)
  • Klappergrasmücke (Sylvia curruca)
  • Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca)
  • Grauschnäpper (Muscicapa striata)
  • Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus)
  • Wintergoldhähnchen (Regulus regulus)
  • Sumpfmeise (Poecile palustris)
  • Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)
  • Beutelmeise (Remiz pendulinus)
  • Rohrammer (Emberiza schoeniclus)
  • Bergfink (Fringilla montifringilla)
  • Erlenzeisig (Carduelis spinus)
  • Hänfling (Carduelis cannabina)
  • Girlitz (Serinus serinus)
  • Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)
  • Kernbeisser (Coccothraustes coccothraustes)
  • Feldsperling (Passer montanus)
  • Eichelhäher (Garrulus glandarius)
  • Dohle (Corvus monedula)
  • Saatkrähe (Corvus frugilegus)

Unregelmässige Besucher (nicht alljährlich):

  • Kuckuck (Cuculus canorus)
  • Wiedehopf (Upupa epops)
  • Grauspecht (Picus canus)
  • Mittelspecht (Dendrocopos medius)
  • Kleinspecht (Dendrocopos minor)
  • Bergpieper (Anthus spinoletta)
  • Neuntöter (Lanius collurio)
  • Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe)
  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
  • Orpheusspötter (Hippolais polyglotta)
  • Gelbspötter (Hippolais icterina)
  • Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix)
  • Berglaubsänger (Phylloscopus bonelli)
  • Goldammer (Emberiza citrinella)
  • Zaunammer (Emberiza cirlus)
  • Birkenzeisig (Acanthis flammea)
  • Kreuzschnäbel (Loxia)
  • Pirol (Oriolus oriolus)

Ausnahmsweise beobachtet:

  • Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana)
  • Waldschnepfe (Scolopax rusticola)
  • Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola)
  • Rohrschwirl (Locustella luscinioides)
  • Dunkel Laubsänger (Phylloscopus fuscatus)
  • Zaunammer (Emberiza cirlus)

Höhepunkte der letzten 27 Jahre:

Dunkellaubsänger (Phylloscopus fuscatus) © Felix Jachmann

Der absolute Höhepunkt war der viertägige Besuch eines Dunklen Laubsängers im Oktober 1992. Es ist dies die erste und bis jetzt einzige Beobachtung dieser ostasiatischen Art in der Schweiz! Aus der ganzen Schweiz kamen Ornithologen zum kleinen Biotop bei Birsfelden, um diesen seltenen Irrgast zu bewundern!

Brutvögel:

Am Teich Stockente und Teichhuhn (Brütet seit 5 Jahren hier!). Sonst Mönchsgrasmücke, Zilpzalp etc..

Im Folgenden drei herausragende Brutereignisse des Biotops, die aus dem Brutvogelinventar der beiden Basler Kantone der 1990er Jahre zu entnehmen sind:

  • Rohrammer (Emberiza schoeniclus): erste erfolgreiche Brut beider Basel 1994!
  • Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus): wahrscheinlicher Brutvogel.
  • Klappergrasmücke (Sylvia curruca): wahrscheinlicher Brutvogel.

Im Brutvogelinventar wird der Teichrohrsänger nur 8 Mal als erwähnt, bei der Klappergrasmücke sind es insgesamt sogar nur 3 Nennungen als sicherer Brutvogel! wahrscheinlicher oder sicherer Brutvogel in den Kantonen BS und BL.

Teichrohrsaenger (Acrocephalus scirpaceus) © Jan Ole Kriegs

Viele Arten nur vorbeifliegend aber häufig vom Biotop angelockt, ohne dass sie sich niedergelassen haben:

Verschiedene Greifvögel, Enten, Möwenarten und Limikolen (Flussuferläufer, Waldwasserläufer, Bekassine, Grosser Brachvogel, Regenbrachvogel, … etc.), Schwalben, Lerchen etc.

27 Jahre Vogelbeobachtungen im Sternenfeldbiotop Birsfelden = 27 Jahre Biodiversität Birsfelden

PDF-Dokument 27 Jahre Vogelbeobachtungen Sternenfeldbiotop – Eine Aufzählung!

PDF-Dokument Seltene Vogelarten und ungewöhnliche Vogelbeobachtungen in der Schweiz im Jahre 1992

Aktuelle Vogelbeobachtungen im Sternenfeldbiotop im Mai 2010:

01. Mai:

  • Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
  • Grauschnäpper (Muscicapa striata)

15. Mai:

  • Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus)

Eine Zusammenstellung von: Dr. med. Georges Preiswerk, Mitglied der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission (SAK) von 1999 bis 2009. Mitglied der onithologischen Gesellschaft Basel (OGB), berichtet über das Reservat in den Langen Erlen. (Stand Mai 2010)

«Sternenfeldbiotop» – Impressionen im Frühling 2010

Gerade im Frühling ist vieles los im artenreichen Sternenfeldbiotop in Birsfelden, hier ein paar Beispiele:





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