Monthly Archive for März, 2010

Erste Frühlingsbote, auch im Sternenfeldbiotop…

«Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer», sagt ein Sprichwort. Vielleicht aber zumindest einen Frühling?

Die ersten Rauchschwalben wurden schon in der Region gesichtet, endlich werden die Tage länger, die Sonne kräftiger, es macht den Anschein,  der Frühling ist endlich da!

Höchste Zeit also, hier ein paar Beobachtungen aus dem Frühlingserwachen im «Hecken-, Wiesen- ,Trocken-, Feucht-Biotop» , dem sogenannten “Sternenfeldbiotop” bei der Schleuse in Birsfelden aufzuzählen!

Teichhuhnpärchen

Wie seit 5 Jahren schon hat sich hier wieder 1 Teichhuhnpärchen im Biotopweiher eingefunden, ein Zeichen also, dass dieser “schutzwürdige” Teich, so nahe am Siedlungsgebiet Sternenfeld, genügend Ruhe und Artenvielfalt bietet, damit das Teichhuhnpärchen hier brüten kann. Zwar gelten die Bestände des Teichhuhns (Gallinula chloropus) in Europa als stabil, in der Schweiz ist diese Vogelart lokal in den vergangenen Jahren jedoch stark zurückgegangen. Deshalb wird das Teichhuhn, zwar nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt, doch dort erwähnt. Diesen etwa 33 Zentimeter grossen Wasservogel kann vorwiegend bei den Teichen in der Grün80 beobachtet werden. Meist, wo sich flaches Wasser – im Idealfall mit angrenzender

Teichhuhn mit Nestbaumaterial

Röhrichtvegetation – findet. Das Gefieder beider Geschlechter ist auf der Oberseite dunkel oliv-braun gefärbt, an der Unterseite dunkelgrau bis schwarz. Dazu stehen die rote Stirnplatte und der rote Schnabel mit seiner gelben Spitze in einem starken Kontrast; die Beine und Füsse sind hell gelb-grün gefärbt. Die Iris ist bei Teichhühnern rot gefärbt. Ein typisches Verhalten dieser Vogelart ist es, beim Schwimmen den aufgestellt getragenen, kurzen Schwanz häufig wippen zu lassen und rhythmisch mit dem Kopf zu nicken. Mehr Info darüber findet man hier.

Weiter Vogelbeobachtungen im und um das «Hecken-, Wiesen- ,Trocken-, Feucht-Biotop» :

  • 1 Bachstelze (Motacilla alba)
  • 4 Blaumeisen (Parus caeruleus)
  • 4 Buchfinken (Fringilla coelebs)
  • 6 Distelfinken (Carduelis carduelis)
  • 1 Elster (Pica pica)
  • 1 Graureiher (Ardea cinerea)
  • 6 Grünfinken (Carduelis chloris)
  • 3 Rotkehlchen (Erithacus rubelca)
  • 2 Schwanzmeisen (Aegithalos caudatus)
  • 2 Mönchsgrasmücken  (Sylvia anticapilla)
  • 1 Zilpzalp (Phylloscopus collybita)

Weitere Vögel-, Insekten, Amphibien-, Pflanzen-Beoachtungen werden folgen… Damit jeder Besucher und Naturinteressierte des Sternenfeldbiotop sehen kann, dass dieser Naturgarten

Besucher am Teich - Sternenfeldbiotop (© J.Roth)

eine reichhaltige Naturvielfalt (= Biodiversität) aufzuweisen hat und deshalb endlich von der Gemeinde Birsfelden und vor allem von der Eigentümerin, dem Kantonsunternehmen – die Kraftwerk Birsfelden AG -  als Ausgleichsfläche für die Nutzung und ÖKO-Stromgewinnung, anerkannt werden sollte.

Die aktuellen Vogelbeobachtungen aus unserer Region, findet man auch hier:

http://www.ornitho.ch

Was sonst noch so für Vögel im Frühling in der Schweiz und Weltweit zu Beobachten sind, findet man auch hier:

http://www.springalive.net/de-ch

Gedanken zum offenen Brief…

…des Natur- und Vogelschutzvereins Birsfelden, an den Gemeinderat Birsfelden und den Verwaltungsrat der Kraftwerk Birsfelden AG

Teilauszug – Nachricht, BAZ, vom 03. März 2010 u. Artikel im Birsfelder Anzeiger vom 12. März 2010: „Die Naturschützer ziehen sich aus dem Birsfelder Biotop zurück”.

Auf der Kraftwerkparzelle 1550 wurde vor knapp 27 Jahren, Dank der damaligen Kraftwerkleitung und dem Gemeinderat Birsfelden, in Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Sternenfeld (den es ohne das damalige Engagement für Biotop nicht geben würde!) und dem Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB) - der bis vor kurzem in all diesen ganzen Jahre dieses Areal hegte und pflegte - dieses artenreiche und farbenfrohe «Hecken-, Wiesen- ,Trocken-, Feucht-Biotop» angelegt.

Wasserfrosch - Schwertransport im Teich (© Thomas Blum)

Der Teich (Feuchtbiotop) beherbergt seitdem: Schwimmkäfer, Wasserläufer, Wasserschnecken, Libellenlarven, Bergmolch, Wasserfrösche uvm., weiter bietet der Teich Tiefwasser- und Sumpflanzen Lebensraum. So sind z.B. Rohrkolben, Seerosen, Seekannen, Wasserschwertlilien und vieles mehr zu beobachten. Von Frühjahr bist Spätherbst konnten in all diesen Jahren bis zu 23 Libellenarten gezählt werden. Ausserdem konnten 3 herausragende Brutereignisse ins Brutvogelinventar der beiden Basel aufgenommen werden: Rohrammer- erste erfolgreiche Brut beider Basel 1994, Teichrohrsänger und Klappergrasmücke. Auch Stockenten und auch das Teichhuhn haben den Teich als Nistplatz entdeckt. Das Teichhuhn brütet nun schon seit fast 5 Jahren hier, momentan wieder sehr gut zu Beobachten!

Die Hecken bieten Zufluchtsorte für Vögel, die aus dem dichtbesiedelten Gebiet immer mehr verdrängt werden. Es konnte bis jetzt 121 Vogelnarten bestimmt werden. Der absolute Höhepunkt war der viertägige Besuch eines Dunklenlaubsängers (Phylloscopus fuscatus)

Dunklenlaubsänger (Phylloscopus fuscatus)

im Oktober 1992. Es ist dies die erste und bis jetzt einzige Beobachtung dieser ostasiatischen Art in der Schweiz! Aus der ganzen Schweiz kamen Ornithologen zum kleinen Biotop bei Birsfelden, um diesen seltenen Irrgast zu bewundern. Sehr Bedeutend also für zahlreiche Durchzügler! Auch bieten die Hecken Unterschlupf für Igeln, Mäusen, Wiesel usw.

Im Trockenbiotop, das aus dem Aushubmaterial des Teiches entstanden ist, haben sich viele Wildpflanzen angesiedelt. Bei sonnigem Wetter kann man dort Mauereidechsen entdecken.

Im Wiesenbiotop (Magerwiese – Trockenwiese) schliesslich, blühen unzählige viele Blumenarten: rote Flockenblumen, blauer Salbei, Glockenblumen, Margeriten, gelber Hornklee, usw. Je bunter diese Wiese, umso mehr Insekten finden sich ein. Zahlreiche Schmetterlings- und Libellenarten haben hier in den letzten Jahren eine Heimat gefunden. Auch für Wildbienen hat’s neuerdings ein Zufluchtsort, um den Rückgang der Bienen Entgegenzuwirken!

Viele vorbeifliegende Vogelarten werden häufig vom Biotop angelockt, ohne dass sie sich niedergelassen, wie z.B. Verschiedene Greifvögel, Enten, Möwenarten und Limikolen (Flussuferläufer, Waldwasserläufer, Bekassine, grosser Brachvogel, Regenbrachvogel, … etc.), Schwalben, Lerchen etc.

Distelfalter in der artenreichen Blumenwiese - Sternenfeldbiotop (© Thomas Blum)

In diesen 27 Jahren konnte so ein einmaliger Lebensraum, für eine artenreiche Pfanzen- und Tierwelt entstehen und das alles im unmittelbaren Siedlungsraum!

Nach dieser Einleitung kann man sehr gut verstehen und Nachvollziehen, dass der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB), die Grünen und die SP Birsfelden mit vielen anderen Naturfreunden, seit Jahren versuchen für diese Naturoase eine längerfristige Lösung zu suchen!

Jahrelanges Engagement des Natur- und Vogelschutzvereins Birsfelden

Das, nach 27 Jahren unermüdlichem Engagement – in Fronarbeit versteht sich – des Natur- und Vogelschutzvereins Birsfelden (NVVB) und seit den unruhigen Zeiten ab 2001 (2001 & 2003: gewonnene Abstimmung gegen ein 75m hohen Hochhausprojekt an derselben Stelle!), nun der NVVB schweren Herzens sein Engagement beim Biotop pausieren möchte, ist daher Nachvollziehbar. Gerade nach der verlorenen Referendumsabstimmung vom letzten November, bei der man für das ganze Areal und allen Beteiligten eine längerfristige Lösung erzielen wollte, ist die Zukunft des artenreichen «Hecken-, Wiesen- ,Trocken-, Feucht-Biotop» sehr ungewiss. Da dort jederzeit, auch ohne Baubewilligung, diese artenreiche Naturoase zerstört werden könnte, wie von Herrn Regierungsrat BL Jörg Krähebühl und gleichzeitig Verwaltungspräsident der KWB, mehrmals schon öffentlich angedeutet. So eine Artenvielfalt, darf nicht durch Unkenntnis, Egoismus und sogar aus reinen wirtschaftlichen Gründen geopfert werden.

Bis die heutige Kraftwerkleitung und der Gemeinderat Birsfelden keine längerfristige Lösung für das «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Feucht-Biotop» öffentlich äussert oder sich sogar noch auf ihr früheres Engagement für das Biotop besinnt. Denn „nur“ Dank der damalige Kraftwerkleitung (mit den Hauptaktionäre der Kantone Basel-Stadt und Baselland) und dem damaligen Gemeinderat Birsfeldens, mit ihrem Weitblick für die Naturvielfalt, konnte dieser  farbenfroher und wilder Naturgarten in Birsfelden erst entstehen.

Sollte aber die Kraftwerkleitung sich dieser Teil der Parzelle 1550, als Landreserve offen halten wollen, dann müsste sie als Kantonsunternehmen beider Basel, dieses endlich öffentlich Kommunizieren und somit könnte man abwägen, inwiefern, diese städtebauliche Entwicklung mit den heutigen Nutzern und den Anwohnern im Sternenfeld, in Vereinbarung zu bringen ist. Auch könnte die Frage aufgeworfen werden, ob ein Kantonsunternehmen, überhaupt sich neben ihrer Hauptaufgabe, der erneuerbaren Energiegewinnung durch die Wasserkraft u. deren Abwärme, sich als Raumplaner betätigen sollte?

Besucher am Teich - Sternenfeldbiotop (© J.Roth)

Das «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Feucht-Biotop» konnte nur Dank dem sorgfältigen Umgang der BesucherInnen, mit dieser farbenfrohen und artenreichen Naturoase entstehen und verkam deshalb nicht zum Rummelplatz, sondern zu einem Erholungsraum, neben der Tennisanlage und den Familiengärten.

Warum die Kraftwerk Birsfelden AG, diese Naturoase nicht schon längst als ihre Visitenkarten anerkannt hat, bleibt daher ein Rätsel. Eine eindeutige Stellungsnahme vom Gemeinderat Birsfelden und dem Verwaltungsrat der Kraftwerk Birsfelden AG, für den Erhalt dieser schützenswerten Naturoase im unmittelbaren Siedlungsraum, würde dem Natur- und Vogelschutzverein sein jahrzehntelanges Engagement, was eigentlich schon längst mal fällig gewesen wäre, würdigen. Gerade im UNO-Jahr der Biodiversität sollte es doch möglich sein, ein positives Zeichen zu setzen, für die einheimische und «noch» artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Dann wäre auch die kostengünstige Pflege für das «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Feucht-Biotop bei der Schleuse» durch den NVVB für die Zukunft gesichert!

Setzen wir uns also ein, das der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden, auch in Zukunft diese artenreiche und farbenfrohe Naturoase hegen und pflegen darf und das die Kraftwerkleitung sich besinnt, dass sie «nur» Dank der Natur, jährlich Ökostromgewinne (Naturmade Basic Label) erzielt und somit der Natur etwas zurückgeben sollte? So wie das Ihre Vorgänger gemacht haben!

«Es kann nicht alles mit Geld aufgerechnet werden. Auch der Mensch ist ein Teil der Natur. Wenn die Natur nach Geldwerten definiert wird, muss in letzter Konsequenz auch der Mensch seine Daseinsberechtigung ökonomisch ausweisen.»

(Bundesrat Moritz Leuenberger – SP – in einer Rede am 19. Sept. 2009)

Blaue Mosaiklibelle im Sternenfeldbiotop(© Thomas Blum)

Werden Sie Mitglied beim Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB)!

PDF-Dokument Jahresprogramm NVVB

PDF-Dokument NVVB Mitteilungsblatt 1/2010 (mit dem Original: “Offener Brief an den Gemeinderat Birsfelden und den Verwaltungsrat der Kraftwerk Birsfelden AG!!!”)

PDF-DokumentGemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!

PDF-Dokument Engagieren Sie sich im UNO-Jahr der Biodiversität für die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt!





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