Monthly Archive for November, 2009

Leider ein JA, das Biotop muss aber bleiben!

Es hat gestern nicht gereicht, ca. 300 Stimmen haben den Unterschied gemacht. Wir danken allen, die sich mit uns für das Biotop und die Vereine eingesetzt haben! Merci

Trotzdem ist noch nichts verloren, denn ein Baugesuch liegt nicht vor. Die Gefahr ist aber klar: Das Biotop soll verschwinden und mit ihm der Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten. Auch würde dieses wertvolle Erholungsgebiet komplett wegfallen.

Wir setzen in den kommenden Monaten weiterhin alles daran, dass das Biotop bleibt.

Florian Schreier

Die vier Jahreszeiten im Biotop

1983: Biotop wird gebaut

Hier noch ein paar Bilder von 1983, als das Biotop errichtet wurde. Der Teich wurde angelegt und die Wiesen angesäht. Die Bilder stammen von Fritz Raschdorf.

Die Abstimmung ist übrigens am Sonntag, also noch ein NEIN zur Zonenplanänderung einlegen! Infos auch in unserer Facebook-Gruppe

Park gegen Naturoase

Leserbrief von Fritz Raschdorf, Birsfelder Anzeiger, 20. November 09

Biotop 1983 mit Weiher (© Fritz Raschdorf)

Biotop 1984 mit Teich (© Fritz Raschdorf)

Ich erinnere mich an das Jahr 1983. Damals haben Birsfelder Bürger das „Biotop am Stausee“ auf dem Areal 1550 geplant. Die Initianten wollten für die Natur etwas Gutes tun und den Birsfeldern etwas Besonderes schenken. Nach einer zuvor erfolgten Abstimmung in der Gemeinde Birsfelden konnte das Vorhaben einer Naturoase verwirklicht werden. Die damalige Leitung des Kraftwerks Birsfelden war damit einverstanden. Die Gemeinde liess Baumaschinen auffahren und motivierte Birsfelder und Birsfelderinnen vom Quartierverein und Vogelschutz verlegten eine 600 m2 grosse Teichfolie und pflanzten etwa 300 Sträucher. Gleichzeitig wurde eine Blumenwiese eingesät. Die zurückgeholte Natur auf einem vorgängigen Maisfeld wird seit 1984 vom damals gegründeten Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB) gehegt und gepflegt. Dieser Verein engagiert sich bis heute und hat mit unzähligen Arbeitsstunden viel Herzblut in das ganze Areal gesteckt. Ein fertiges Biotop, bestehend aus 300 m Hecke, einer bunten Wiese und, darin eingebettet, einem Teich, ist entstanden.

Erste Schleuse (© Fritz Raschdorf)

Erste Schleuse 1975 (© Fritz Raschdorf)

Nun will die Kraftwerksleitung im Zuge der Umstruktuierung des Verwaltungsgebäudes dem Biotop ein Ende setzen und es in einen Park umwandeln. Das soll einer verstehen. Wo ist der Gewinn? Tatsache ist, dass das Biotop mit den Wegen und den Bänken und dem Teich von vielen gern besucht wird und die kleine Naturoase in der Nähe von Wohnhäusern Freude bereitet. Hier sollte Einsicht einkehren. Helfen Sie in Ihrem Interesse mit, das Biotop zu erhalten und lehnen Sie den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 22.Juni 2009 betreffend Mutation Zonenregelement Siedlung, Ergänzung zum Artikel 47, ab.

Fritz Raschdorf, Mitinitiant des Biotops am Stausee

Alle Bilder in diesem Artikel sind auch von Fritz Raschdorf

Nein zu einem sterilen Park anstelle des Biotops

Leserbrief von Vreni und Werner Zehnder, Birsfelder Anzeiger, 13. November 09

Am 29.11.2009 stimmen wir über die Zonenmutation betreffend Parzelle 1550 ab. Die Kraftwerk Birsfelden AG möchte ihr altes Verwaltungsgebäude, welches schon mehrere Jahre leer steht, sanieren und gehobene Wohnungen erstellen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Leider wird jedoch aus unerfindlichen Gründen im selben Projekt der Fortbestand des Biotops in Frage gestellt. Es ist von einem Park die Rede, der an dessen Stelle entstehen soll. Dies ist absolut unnötig, denn das Biotop, welches zurzeit wieder in allen Herbstfarben leuchtet, ist bereits ein Park. Kein steriler, sondern einer, der mit viel Natur und Leben angereichert ist.

Pflegeeinsatz im Biotop (© Thomas Blum)

Pflegeeinsatz im Biotop (© Thomas Blum)

Im Frühling und Sommer kann man wunderschöne Seerosen, schillernde Libellen und fröhlich quakende Frösche bewundern und das ganze Jahr hindurch seltene Vogelarten beobachten. Das Biotop wird nicht nur von vielen Spaziergängern und Schulklassen, sondern auch oft von Störchen und Fischreihern besucht. Die Ausgaben für eine safte Sanierung inklusive Unterhalt wären ein Bruchteil von dem, was ein neuer Park und dessen Pflege kosten würde. Ganz zu schweigen von der regelmässigen Entsorgung des Abfalls, der leider in allen öffentlichen Anlagen in rauen Mengen herumliegt.

Wir fragen uns, wem das Biotop ein Dorn im Auge ist. Befürchtet man vielleicht, dass die in lauen Sommernächten quakenden Frösche die „guten Steuerzahler“ in den geplanten Luxuswohnungen stören werden? Da gibt es andere Lärmquellen, welche viel störender sind.

Fazit: Wem die Zukunft des Biotops am Herzen liegt und wer keine Katze im Sack kaufen will, unterstützt das Referendum und sagt mangels Klarheit Nein zur Zonenmutation. Im nächsten Jahr könnten wir dann hoffentlich über eine klarere Vorlage abstimmen, in der die noch offenen Fragen rund um den Fortbestand des Biotops (s. Interview mit Hr. Gemeinderat Nussbaum im „Birsfälderli“ vom 30.10.) geklärt sind. Etwas, das seriöserweise bereits im Vorfeld dieser Abstimmung hätte getan werden müssen.

Vreni und Werner Zehnder



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