Auch während der Sommermonate ist das Sternenfeldbiotop in Birsfelden ein gut besuchter Naturgarten!
Die grüne Oase von Birsfelden
Ökosysteme in Bedrängnis – «Was die Lebensräume für uns leisten»
Petitionsbogen – «Schützen wir die Biodiversität jetzt!»
Teil 4: Heckenbiotop: Sträucher und Bäume
Hecken, Einzelsträucher und Bäume sind wichtige Lebensräume für zahlreiche Tiere und Pflanzen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Sie verbinden Lebensräume miteinander und sind ein wichtiger Bestandteil des Biotopverbundes. In Hecken herrschen auf kleinstem Raum ganz unterschiedliche Lebensbedingungen. Hecken ermöglichen es den Tieren, geschützt von einem Lebensraum zum anderen zu wandern. Verschiedene Tierarten finden in strukturreichen Hecken Schutz, Nahrung, geeignete Brutstätten und Überwinterungsquartiere. Die Strauchzusammensetzung (einheimische Arten!) sowie ein vorgelagerter Krautsaum entscheiden über den Tierreichtum in der Hecke. Obwohl Hecken durch menschliche Tätigkeit entstanden, sind sie ein Stück Natur! Denn es sind gerade die natürlichen Einflüsse, die jeder Hecke ihren eigentümlichen Charakter verleihen. Auch Menschen erfreuen einheimische Büsche mit ihrer Blütenpracht im Frühling und im Herbst. Hecken sind vor allem dann wertvoll, wenn sie eine Vielfalt an einheimischen Sträuchern aufweisen und wenn Ast- und Laubhaufen darin angelegt werden. Sie sollen selektiv und abschnittsweise gepflegt werden. Ein jährlicher Radikalschnitt in einen Viereck- oder Rundform ist der Tod einer Naturhecke!
Die Hecken mit Sträuchern und Bäume im Sternenfeldbiotop Birsfelden, bestehen teilweise seit rund 27 Jahren und es hat sich darin und drum herum viel getan. Ein kleiner Blick zurück in die Geschichte, zeigt den Verlauf dieses wertvollen Lebensraums für eine Vielzahl einheimischer Tier- und Pflanzenarten:
Auf der Kraftwerkparzelle 1550 ist einiges passiert. Die Geschichte der Hecken mit Sträuchern und Bäumen beginnt mit dem Bau der 2. Schleuse des Kraftwerks Birsfelden (1977). Der bis zum Bau jährlich auf dem Areal 1550 angebaute Mais verschwand. Der beim Bau angefallene Aushub wurde 6 Jahre lang auf dem ehemaligen Maisacker abgelagert. Es entstand für kurze Zeit ein kleines wildes Kinderparadies für die benachbarte Wohnüberbauung Sternenfeld. Nach der Fertigstellung der 2.Schleuse (Einweihung 1979), wurde die Parzelle 1550 wieder zu einem Acker umgepflügt und gleichzeitig im Auftrag des Kraftwerks nach einer Lösung für die weitere Nutzung gesucht. Der Wunsch des Kraftwerkes war, der Gemeinde Birsfelden die Hege und Pflege des Areals zu übertragen. Nach vielen Diskussionen und Abstimmungskämpfen gelang ein Kompromiss , der die heutige Einteilung der Kraftwerkparzelle in Familiengärten, Tennisplätzen und dem «Hecken-, Wiesen- Trocken-, Feucht-Biotop», dem sogenannte Sternenfeldbiotop zur Folge hatte. Da solcher Lebens- und Erholungsraum immens wichtig sind für die Wohnbevölkerung, wurden damals ganz bewusst in die Gestaltungspläne dieses Naturgartens einbezogen.
Nachdem der Teich mit den Umgebungsarbeiten erledigt war, hat man angefangen verschiedene einheimische Sträucher, Bäume zu pflanzen. Dazu brauchte es wieder die fleissigen Hände vieler Freiwilligen und die Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Birsfelden (Gründung, dank der “Aktion 1550″ für die Natur und den es ohne das damalige Engagement für das Biotop nicht geben würde!) und dem Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB). Das Hauptaugenmerk auf einheimische Wildsträucher und Bäume ist entscheidend über den Tierreichtum, denn man für die Zukunft der Hecke erwarten möchte. Da nur einheimische Wildsträucher den Tieren ausreichend Nahrung bieten, hat man auf exotische Sträucher verzichtet!
Diese Heckensträucher wurden 1983 angepflanzt:
Eine Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Distelfink, ja sogar ein Zaunkönig schmettern ihre Liedchen aus dem Gebüsch. Ein Ringeltaubenpärchen gurrt auf einem Baum. Ein Igel sucht sich Unterschlupf. Eine Maus huscht vorbei. Es raschelt und knackt. Viele Sträucher stehen in voller Blütenpracht. An den Früchten der einheimischen Vogelbeere tun sich über verschiedene Vogelarten gütlich. Ebenso verhält es sich bei den Insekten. Am einheimischen Schwarzdorn leben bis zu 200 Insektenarten. So Extensiv genutzte Heckensäume sind echte Paradiese für eine Vielzahl von Wildkräutern. Hier finden zudem Bodenbrüter ungestörte Nistplätze. Käfer benutzen sie zum Überwintern. Bienen und Schmetterlinge profitieren vom reichen Blütenangebot, und Heuschrecken können sich darin auch dann noch ernähren, wenn die angrenzende artenreiche Blumenwiese (siehe Teil 2!) abgemäht ist.
Die Pflege der Hecke ist nicht nur notwendig, sie ist auch eine besondere Chance, der Artenvielfalt neue Impulse zu geben. Die fachgerechte Pflege einer Hecke trägt den unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten der Sträucher Rechnung, versucht den Strukturreichtum zu steigern und verbessert dadurch die Lebensbedingungen der typischen Heckenbewohner. Die Sträucher und Bäume sind daher vom Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB) immer mal wieder zurückgeschnitten worden, oft auch mit der Mithilfe von Schulklassen der Gemeinde Birsfelden. Denen so die Naturvielfalt im unmittelbaren Siedlungsraum näher gebracht werden konnten. (Näheres hier: Birsfelder Schulklasse pflegte das Biotop!)
Diverse Wildrosenarten, als Abgrenzung zu den Familiengärten.
* Diese Arten gehen auf die Einpflanzungen durch den Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden zurück.
!!! Geschützte Pflanzen, laut der Verordnung des Kantons Baselland, über den Schutz der einheimischen Pflanzen- und Tierarten (Artenschutzverordnung).
und einiges mehr…
Je älter eine Hecke ist, desto wertvoller ist sie für die Tier- und Pflanzenwelt!
Beobachtungstipps:
- Den Vögeln im Herbst beim Beeren fressen zuschauen: Am schnellsten weg sind oft die Beeren des Schwarzen Holunders.
- In welchem Strauch machen die Vögel am liebsten ein Nest? – Oft ist es ein Dornenstrauch.
- Am meisten Natur beherbergen die Dornensträucher (Schwarz- und Weissdorn, Heckenrose, Kreuzdorn).
Das Ziel war es, eine artenreiche Hecke mit einheimischen Sträuchern und Bäumen entstehen zu lassen. Je älter eine Hecke ist, desto wertvoller ist sie für die Tier- und Pflanzenwelt. Auch im Siedlungsraum sind Hecken von Bedeutung, da sie als Rückzugsmöglichkeit für Nützlinge dienen. Nun, auf dem besten Wege dahin sind sie gefährdet und soll nach dem Willen des Kraftwerks Birsfelden wieder verschwinden, weil angeblich ein landschaftsarchitektonischer Park entstehen soll. Wer soll das verstehen? Aus heutiger Sicht ein beschämendes Vorhaben. Dabei sind Hecken wichtige Zufluchtsorte für Vögel, die aus dem benachbarten und dichtbesiedelten Gebiet immer mehr verdrängt werden. Die Erhaltung und Neuschaffung ist deshalb nötiger denn je!
Gerade in einer Zeit, inder Naturgärten mit einheimischen Bäumen und Sträuchern, usw. im Trend liegen, sollten Kantonsunternehmen, welche “nur” Dank der Natur – Ökostromgewinne erziehlen- , diese schützen!
In neuerer Zeit verkauft die Kraftwerks AG ihren Ökostrom als «Regiostrom» mit einem Aufpreis von 2 Rappen/kWh an den Energieversorger EBM (Baz. vom 28.4.2010). Es ist daher mehr als angebracht, einen Teil des Gewinns an die Natur zurückzugeben, sowie bei jedem zertifizierten Unternehmen des «Naturmade»-Lable vorgesehen. Der artenreiche Lebensraum „Biotop am Stausee“ ist zu erhalten und nicht zu beseitigen!
Ökologische Funktionen und Pflege
- Hecken sind Brutraum für Vögel. Im Sternenfeldbiotop brüteten folgende Vogelarten: Haussperling, Heckenbraunelle, Gartengrasmücke, Mönchsgrasmücke, Amsel u.a.
- Hecken sind Rastplatz für durchziehende Vögel. So konnten im Sternenfeldbiotop zu gewissen Zeiten Distelfink, Mönchsgrasmücke, Fitis und Zilpzalp beobachtet werden.
- Hecken sind nicht nur für Vögel ein wichtiger Brutplatz, auch Frösche, Molche nutzen die feuchten Stellen unter den Sträuchern.
- Hecken bieten Schutz vor Feinden.
- Hecken sind Nahrungsraum. Sie bieten Nüsse und Beeren für Säugetiere und Vögel, oder Holz und Blätter für Insekten.
- Um ein möglichst reichhaltiges Nahrungsangebot zu gewährleisten, sollten die Hecken ausschliesslich einheimische, standortgerechte Wildsträucher verwendet werden.
- So sind z.B. Kreuzdorn und Faulbaum Futterpflanzen für die Raupen des Zitronenfalters. Im Winter sind als Nahrungsgäste oft Distelfinken zu beobachten.
- Ein Auslichtungs- oder Rückschnitt alle 1-3 Jahre kann nötig sein, um die Hecke nicht zu hoch werden zu lassen. Wichtig ist, dass die Wildsträucher nicht alle auf der gleichen Höhe abgeschnitten werden, sondern dass schnell wachsende Sträucher stärker und langsam wachsende weniger stark zurückgeschnitten werden! Zudem soll die Hecke im Herbst oder im frühen Frühling – vor der aktiven Zeit der Vögel und Amphibien – und in Etappen zurückgeschnitten werden.
Zusatzinfo:
Brennesseln – Lebensgrundlage von Schmetterlingen
Der vielfältige Krautsaum zu den Hecken im Sternenfeldbiotop, bildet einen ungestörten Rückzugsort zwischen Gehölzen und artenreichen Blumenwiese. An machen Stellen ist die Brennessel reich vertreten. Sie schützt mit ihren
schmerzhaften Brennhaaren nicht nur sich selber, sondern auch Lebewesen, die darin zu leben wissen. Zum Beispiel legen vier Schmetterlingsarten ihre Eier auf der Brennessel ab: Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral und Landkärtchen. Sie sind zur Vermehrung auf Standorte wie diesen angewiesen! Deshalb sollte bei der Pflege darauf geachten werden mit dem Schnitt abzuwarten bis sich die Schmetterlingsraupen entwickelt haben und als farbenprächtige Schmetterlinge ausgeflogen sind!
Hecken sind ökologische und ökonomisch interessant
Gemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!
Jede Spende ermöglicht es dem Komitee: Nein zur Zerstörung des Biotops, noch mehr für die Natur im Siedlungsraum zu tun.
Spendenkonto: Koto-Nr. 40-44-0
IBAN CH45 0076 9016 5100 6463 8
Basellandschaftliche Kantonalbank
4144 Liestal
Zugunsten: «Grüne – Biotop Birsfelden»
Postfach 330
4127 Birsfelden
(Spenden bitte immer mit dem Vermerk «Grüne – Biotop Birsfelden» versehen.)
Vielen Dank!
Sind Sie Medienschaffende/r, dann melden Sie sich bitte bei unserem Medienverantwortlichen!
Komitee NEIN zur Zerstörung des Biotops Postfach 330 4127 Birsfelden E-mail: facebook@biotop-birsfelden.ch
Eine Zusammenarbeit von F. Schreier (Homepagesupport), J. Roth (Homepagebetreuung, Text u. Bildmaterial), F. Raschdorf (Mitbegründer; Textmithilfe u. Artenliste der Anfängen), fachlicher Unterstützung von Örni Akeret (Dr. Biologie Uni Basel; Präsident des NVVB), Die Makrobilder stammen von Th. Blum u. Diversen. Vogelbeobachtungen seit den Anfängen von Dr. med. Georges Preiswerk, (Mitglied der Schweizerischen Avifaunistische Kommission (SAK) von 1999 bis 2009. Mitglied der ornithologischen Gesellschaft Basel (OGB), berichtet über das Reservat in den Langen Erlen). Stand Juni 2010.
In den Ritzen und Spalten einer Trockensteinmauern und eines Steinhaufen sucht eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Schutz und Lebensraum. Für Schmetterlinge können sie Wärmequellen, Paarungsplätze, Winter- und Nachtquartiere sein. Marienkäfer zum Beispiel versammeln sich oft unter einem Stein und überwintern dort. Wenn die Steine mit Algen, Flechten oder Moosen bewachsen sind, findet sich darauf eine spezialisierte Fauna von Kleinschmetterlingen und Schnecken. Eine Trockensteinmauer und Steinhaufen wird ohne Zement und Mörtel gebaut. Sie verformt sich im Laufe der Jahre. Kleinstrukturen sind also überlebenswichtige, naturnahe Lebensraumelemente für zahlreiche Insekten, Amphibien, Reptilien, Vogelarten und Säugetiere.
Sie bestehen nun seit rund 27 Jahren und es hat sich darin und darauf viel getan. Ein kleiner Blick zurück in die Geschichte, zeigt den Verlauf dieses wertvollen Lebensraums für eine Vielzahl einheimischer Tier- und Pflanzenarten auf.
Auf der Kraftwerkparzelle 1550 ist einiges passiert. Die Geschichte der Trockensteinmauer und des Steinhaufen beginnt mit dem Bau der 2. Schleuse des Kraftwerks Birsfelden (1977). Der bis zum Bau jährlich auf dem Areal 1550 angebaute Mais verschwand. Der beim Bau angefallene Aushub wurde 6 Jahre lang auf dem ehemaligen Maisacker abgelagert. Es entstand für kurze Zeit ein kleines wildes Kinderparadies für die benachbarte Wohnüberbauung Sternenfeld. Nach der Fertigstellung der 2.Schleuse (Einweihung 1979), wurde die Parzelle 1550 wieder zu einem Acker umgepflügt und gleichzeitig im Auftrag des Kraftwerks nach einer Lösung für die weitere Nutzung gesucht. Der Wunsch des Kraftwerkes war, der Gemeinde Birsfelden die Hege und Pflege des Areals zu übertragen. Nach vielen Diskussionen und Abstimmungskämpfen gelang ein Kompromiss , der die heutige Einteilung der Kraftwerkparzelle in Familiengärten, Tennisplätzen und dem «Hecken-, Wiesen- Trocken-, Feucht-Biotop», dem sogenannte Sternenfeldbiotop zur Folge hatte. Da solcher Lebens- und Erholungsraum immens wichtig sind für die Wohnbevölkerung, wurden damals ganz bewusst in die Gestaltungspläne dieses Naturgartens einbezogen.
Aus dem Aushubmaterial und den vielen eingesammelten Steinen, hat man hinter dem Teich einen kleinen Steinhaufen aufgeschichtet. Bei der Erhöhung in der Blumenwiese (ursprünglich war hier ein Trockenbiotop geplant), hat man als Abgrenzung eine kleine Trockensteinmauer angelegt. Es wurden vorwiegend flache Steine verwendet. Wichtig war auch eine gute Drainagenschicht aus Kies und Sand hinter und unter der Trockensteinmauer.
Es wurden, weder bei der Trockensteinmauer, wie auch beim Steinhaufen Pflanzen eingepflanzt, sondern man überliess es der Natur dafür zu sorgen!
Eidechsen, Molche, vielleicht auch mal Blindschleichen verkriechen sich gerne in den kühlen Spalten. Hummeln und Wildbienen finden Unterschlupf, ebenso Laufkäfer, Spinnen und Asseln. In feuchteren Lagen gedeihen in den Ritzen, wo sich Humus angesammelt hat, auch Farne, Efeu und das Zimbelkraut. An sonnigen, heissen Mauern wachsen verschiedenen Mauerpfeffer. Der Blütenreichtum dieser Pflanzen lockt Insekten und Schmetterlinge an. Die Eidechsen nehmen auf den Steinen gern ein Sonnenbad und legen ihre Eier zwischen die erwärmten Steine, so dass sie dort auf natürliche Weise ausgebrütet werden. Gern wird der Steinhaufen auch als Überwinterungsplatz von verschiedenen Kriechtieren benutzt.
Mit den Jahren wurde die Trockensteinmauer und der Steinhaufen immer reicher, vielfältiger und schöner.
Die Trockenmauer und der Steinhaufen überlässt man sich selbst, denn schon kleine Veränderungen und Störungen können diesen sich selbst weiterentwickelnden Lebensraum schnell wieder zerstören. Mit dem Alter werden Trockensteinmauern und Steinhaufen immer reicher, vielfältiger und schöner. Trockensteinmauern und Steinhaufen brauchen wenig Pflege. Der Bewuchs mit Moosen, Kräutern und Farnen ist kein Grund für eine Sanierung!
und einiges mehr…
Diese Insekten- und Tierarten kann man manchmal beobachten:
Und einiges mehr…
!!! Geschützte Pflanzen und Tiere, laut der Verordnung des Kantons Baselland, über den Schutz der einheimischen Pflanzen- und Tierarten (Artenschutzverordnung).
Was ist die Natur wert?
Es gab schon einige Versuche, den Wert der Natur in Geldwert zu berechnen (z.B. Erholungsfunktionen eines Magerrasens oder blühender Kirschbäume). Es ist fragwürdig, ob man mit solchen Ansätzen, die Natur bewerten soll. Man kann aber interessante Vergleiche ziehen, indem die Kosten für die Neuanlage wertvoller Lebensräume veranschlagt werden. Ausgereifte Kleinstrukturen, blumenreiche Magerwiesen, artenreiche Teiche usw. sind aber vielfach gar nicht herstellbar. d.h. zu ersetzen! Insofern stellen Kleinstrukturen (Trockensteinmauer, Stein- und Asthaufen, usw.), blumenreiche Magerwiesen, artenreiche Teiche usw. unendlich wertvolle Lebensräume dar. Ein Grundproblem liegt darin, dass die freie Natur ohne menschliches Dazutun wächst und ein öffentliches Gut ist. Für Ziergrün in Privatgärten gibt man bei uns das Vielfache dessen aus, was die öffentliche Hand für die viel wertvollere freie Natur leistet. Was uns die Natur wert ist, ist letztlich eine Frage unserer Wertvorstellungen. Deswegen ist es wichtig vielen Menschen die Schönheiten der Natur näher zu bringen!
Naturschutz betreiben wir ja nicht bloss für die Natur, sondern auch für uns Menschen!
Das Ziel war es ein Erstellen eines Steinhaufens und Trockenmauer, als Biotop (=Lebensraum) für Tiere und Pflanzen. Nun, auf dem besten Wege dahin sind sie gefährdet und soll nach dem Willen des Kraftwerks Birsfelden wieder verschwinden, weil ein landschaftsarchitektonisch geplanter und strukturierter Park entstehen soll. Wer soll das verstehen? Aus heutiger Sicht ein beschämendes Vorhaben. Gerade in stark bebauten Flächen fehlen diese Mikrobiotope oft. Damit schafft man für viele Arten einen ökologisch wertvollen Lebensraum. Die Erhaltung und Neuschaffung ist deshalb nötiger denn je!
Gerade in einer Zeit, inder Naturgärten mit vielen Kleinstrukturen im Trend liegen, sollten Kantonsunternehmen, welche “nur” Dank der Natur – Ökostromgewinne erziehlen- , diese schützen!
In neuerer Zeit verkauft die Kraftwerks AG ihren Ökostrom als «Regiostrom» mit einem Aufpreis von 2 Rappen/kWh an den Energieversorger EBM (Baz. vom 28.4.2010). Es ist daher mehr als angebracht, einen Teil des Gewinns an die Natur zurückzugeben, sowie bei jedem zertifizierten Unternehmen des «Naturmade»-Lable vorgesehen. Der artenreiche Lebensraum „Biotop am Stausee“ ist zu erhalten und nicht zu beseitigen!
Ökologie der Trockenmauer und Steinhaufen
- Trockenmauern sind “trocken”, weil sie ohne Zement oder Mörtel entstehen. Die Steine werden lose aufeinander geschichtet, was natürlich besonderes Fachwissen verlangt, damit die Mauer auch wirklich stabil ist.
- Kleinstrukturen, wie ein Steinhaufen, auch etwas verwilderter sind von einem unschätzbaren Wert für die Natur. Zum einen sind sie Lebensraum für Insekten, Käfer und vielleicht auch Eidechsen. Zum anderen dienen sie aber weitaus mehr Tierarten als Trittstein auf ihren Wanderungen. Sowohl die Frösche, welche vom Überwinterungsort im Wald zum Laichgewässer wandert, als auch das Braunkehlchen, das von Afrika bis Nordeuropa fliegt, sind auf sie angewiesen.
- Obwohl Trockenmauer und Steinhaufen, also so genannte Kleinstrukturen – wie der Name schon sagt – eine beschränkte Grösse aufweisen, brauchen sie einen minimalen Unterhalt. Büsche müssen zurückgeschnitten und wuchernde Problempflanzen ausgerissen werden.
Kleinstrukturen – grosse Chance für die Natur
Gemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!

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Zugunsten: «Grüne – Biotop Birsfelden»
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Vielen Dank!
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Komitee NEIN zur Zerstörung des Biotops Postfach 330 4127 Birsfelden E-mail: facebook@biotop-birsfelden.ch
Eine Zusammenarbeit von F. Schreier (Homepagesupport), J. Roth (Homepagebetreuung, Text u. Bildmaterial), F. Raschdorf (Mitbegründer; Textmithilfe u. Artenliste der Anfängen), fachlicher Unterstützung von Örni Akeret (Dr. Biologie Uni Basel; Präsident des NVVB), Die Makrobilder stammen von Th. Blum u. Diversen. Vogelbeobachtungen seit den Anfängen von Dr. med. Georges Preiswerk, (Mitglied der Schweizerischen Avifaunistische Kommission (SAK) von 1999 bis 2009. Mitglied der ornithologischen Gesellschaft Basel (OGB), berichtet über das Reservat in den Langen Erlen). Stand Juni 2010.
Blumenwiesen, resp. Magerwiesen sind ungedüngte Wiesen mit einheimischen Wildpflanzen, darin fühlen sich Vögel, Bienen, Libellen, Schmetterlinge, wie der Distelfalter und andere Insekten wohl. An und in den Gräsern und Stängeln leben diverse Insektenlarven. Die kargen Bedingungen sind Voraussetzung für das Gedeihen vieler seltener Pflanzenarten. Damit auch die spätblühenden Pflanzen versamen können, darf der Schnittzeitpunkt nicht zu früh angesetzt werden. Ende Juni oder im Juli ist daher der beste Zeitpunkt. Das Schnittgut muss getrocknet und einige Zeit liegengelassen werden. Danach wird das Heu abgeführt. So werden dem Boden zusätzlich Nährstoffe entzogen. Jegliche Düngung wird vermieden. Eine Magerwiese braucht also einen geringeren Kostenaufwand, als konventionelle Wiesen in Parkanlagen und sterilen Rasenflächen, zwischen Häusern.
Sie besteht nun seit rund 27 Jahren und es hat sich darin viel getan. Ein kleiner Blick zurück in die Geschichte, zeigt den Verlauf und die Entwicklung dieses wertvollen Lebensraum für eine Vielzahl einheimischer Tier- und Pflanzenarten auf.
Auf der Kraftwerkparzelle 1550 ist einiges passiert. Die Geschichte der artenreichen Blumenwiese – die einmal zu einer Magerwiese gedeihen soll -, beginnt mit dem Bau der 2. Schleuse des Kraftwerks Birsfelden (1977). Der bis zum Bau jährlich auf dem Areal 1550 angebaute Mais verschwand. Der beim Bau angefallene Aushub wurde 6 Jahre lang auf dem ehemaligen Maisacker abgelagert. Es entstand für kurze Zeit ein kleines wildes Kinderparadies für die benachbarte Wohnüberbauung Sternenfeld. Nach der Fertigstellung der 2.Schleuse (Einweihung 1979), wurde die Parzelle 1550 wieder zu einem Acker umgepflügt und gleichzeitig im Auftrag des Kraftwerks nach einer Lösung für die weitere Nutzung gesucht. Der Wunsch des Kraftwerkes war, der Gemeinde Birsfelden die Hege und Pflege des Areals zu übertragen. Nach vielen Diskussionen und Abstimmungskämpfen gelang ein Kompromiss , der die heutige Einteilung der Kraftwerkparzelle in Familiengärten, Tennisplätzen und dem «Hecken-, Wiesen- Trocken-, Feucht-Biotop», dem sogenannte Sternenfeldbiotop zur Folge hatte. Da solcher Lebens- und Erholungsraum immens wichtig sind für die Wohnbevölkerung, wurden damals ganz bewusst in die Gestaltungspläne dieses Naturgartens einbezogen.
Der Acker wurde umgepflügt und für die Einsaat einer Wiesenblumen-Samenmischung vorbereitet. Der Quartierverein Sternenfeld (Gründung, dank der “Aktion 1550″ für die Natur und den es ohne das damalige Engagement für das Biotop nicht geben würde!) und der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB), säten gemeinsam den Wiesensamen aus und spannten sich vor die schwere Walze, um den Samen in die Erde zu drücken. Schüler und Erwachsene trugen die grossen Steine von der Ackerfläche. Die Natur konnte einziehen.
Im ersten Jahr überzogen das bisherige Ackerland hauptsächlich Ackerkräuter – dies als Folge der vorausgegangenen landwirtschaftlichen Nutzung als Maisacker.
Es stellten sich folgende Ackerkräuter-Arten (sie stammten aus dem Samenreservoir des Ackerbodens) und Pflanzengemeinschaften ein:
Ackerpflanzen
Eingesäte Pflanzen
Wo aber blieben die eingesäten Wiesenblumen? Es fehlten die eingesäten Arten Margerite, Flockenblume, Wiesenknopf, Wilde Malve, Bocksbart, Wiesenglockenblume, Wilde Möhre, Witwenblume, Skabiose, um nur einige zu nennen. Sie hatten gegen die schnell wachsenden Ackerkräuter keine Chance, wurden unterdrückt.
Keine der oben Aufgezählten Ackerkräuter sind mehr in der heutigen Blumenwiese vorhanden, was sehr erfreulich ist!
Daher konnte sich nach und nach eine immer buntere Blumenvielfalt einstellen!
Es ist daher auch nicht erstaunlich, dass solche Blumenwiesen ein wahres Paradies für Grillen, Heuschrecken, Käfer und Spinnen sind. Bienen summen, Schmetterlinge wie Aurorafalter, Kleiner Fuchs, Zitronenfalter, und Ochsenaugen besuchen Blütenpflanzen und schaukeln über die Blumenwiese. Einige Libellen, wie die Mosaikjungfern schwirren durch die Luft.
Ein Naturparadies voller Leben und Artenvielfalt, ist nach rund 27 Jahren dank intensiver Pflege durch den Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB) entstanden. Anwohner und Naturfreunde von nah und fern haben Freude daran.
Ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere konnte so entstehen, auf nur wenigen Quadratmetern. Aufwand und bauliche Massnahmen haben sich in Grenzen gehalten bis Heute.
Die Schaffung einer blumenreichen Wiese zeigt deutlich, wie viel Zeit und Lenkung es braucht, bis eine Blumenwiese aus einem reinen Ackerland entsteht. Mitunter braucht es mehrere Jahrzehnte, um die Pflanzengemeinschaften in Richtung einer Magerwiese zu erreichen.
Das Umpflügen einer artenreichen Blumenwiese (zukünftige Magerwiese!) ist daher ein kaum wieder gutzumachender Eingriff in die Vielfalt unserer Fauna und Flora!
Zurück zum heutigen Bestand an Wiesenpflanzen. Mit dem jährlichen Schneiden der Blumenwiese (ca. 1-2mal/Jahr, Ende Juni oder im Juli ist der beste Zeitpunkt!) und Entfernen des anfallenden Heus, zeigt die Blumenwiese nun ein vielseitigeres Erscheinungsbild. Die Ackerkräuter sind verschwunden, Wiesenblumen haben sich etabliert und werden im Sommer die Farben bestimmen.
Auch Diverse typische Trockenrasen-Flechten sind anzutreffen.
* Diese Arten gehen auf Einsaaten durch den Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden zurück.
Ackerbegleitpflanzen (Gras- und Krautartige, sowie Zwergsträucher…)
Und vieles mehr…
* Diese Arten gehen auf Einsaaten durch den Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden zurück.
Damit zukünftig eine Magerwiesen entstehen kann, braucht es viel Zeit, Geduld und Leute die was davon verstehen!
Tagfalter (Familiengruppen der Schmetterlinge)
Basierend auf verschiedenen Quellen-Angaben, konnten über 30 Arten in den letzten Jahren mindestens zwei Mal festgestellt werden (h=häufig; v=vereinzelt; s=selten):
Diverse Nachfalter und Kleinschmetterlinge leben natürlich auch im Sternenfeldbiotop, doch dazu wurden keine Aufzeichnungen gemacht.
Neben den zahlreichen Schmetterlingen (Tagfalter), trifft man auch einige Libellenarten, Bienen, Wildbienen, Hummeln, Wespen, Ameisen, Diverse Käfer, Wanzen, Schnecken, Diverse Heuschreckenarten, Zikaden und vieles Anderes, in der artenreichen Blumenwiese an.
Je bunter diese Blumenwiese, umso mehr Insekten finden sich ein, umso grösser die Chance etwas für die Biodiversität – die Artenvielfalt – im unmittelbaren Siedlungsraum zu tun.
Beobachtungstipps:
- Der Schwalbenschwanz legt seine Eier gerne an der Wilden Möhre ab.
- Am Stängel der Acker-Witwenblume befindet sich das Larvenstadium der Wiesen-Schaumzikade («Gugger-Speuz»).
Das Ziel war es, eine artenreiche Blumenwiese entstehen zu lassen, die sich über die Jahre langsam von einem ehemaligen Maisacker, über eine artenreiche Fettwiese (heutiger Stand!) zu einer Magerwiese entwickeln kann. Nun, auf dem besten Wege dahin ist sie gefährdet und soll nach dem Willen des Kraftwerks Birsfelden wieder verschwinden, weil anscheinend ein landschaftsarchitektonischer Park dort entstehen soll. Wer soll das verstehen? Aus heutiger Sicht ein beschämendes Vorhaben. Dabei sind Magerwiesen heute eine Rarität und müssen gefördert werden! Rund 90% der einstigen Magerwiesen wurden in den letzten 50 Jahren durch landwirtschaftliche Umnutzung in Fettwiesen umgewandelt oder sind durch Überbauung total verschwunden. Die Erhaltung und Neuschaffung ist deshalb nötiger und wichtiger denn je!
Gerade in einer Zeit, inder artenreiche Blumen- und Magerwiesen im Trend liegen, sollten Kantonsunternehmen, welche “nur” Dank der Natur – Ökostromgewinne erziehlen- , diese schützen!
In neuerer Zeit verkauft die Kraftwerks AG ihren Ökostrom als «Regiostrom» mit einem Aufpreis von 2 Rappen/kWh an den Energieversorger EBM (BAZ. vom 28.4.2010). Es ist daher mehr als angebracht, einen Teil des Gewinns an die Natur zurückzugeben, sowie bei jedem zertifizierten Unternehmen des «Naturmade»-Lable vorgesehen. Der artenreiche Lebensraum „Biotop am Stausee“ ist zu erhalten und nicht zu beseitigen!
Vom Maisacker zur artenreichen Blumenwiese
Im Verlauf von rund 30 Jahren ist hier aus einem ehemaligen Maisacker eine bunte und artenreiche Blumenwiese entstanden. Für viele Insekten und andere Tierarten ist damit ein neuer Lebensraum entstanden. Die anfangs fette, grasreiche Wiese ist durch das jährliche Wegführen des Schnittmaterials stetig magerer geworden. Dadurch haben sich immer mehr Wiesenblumen angesiedelt.
Übrigens jeder kann so, eine eintönige gedüngte Rasenflächen oder Teile davon, so mit geringem Aufwand aber etwas Geduld zu einer zukünftigen artenreichen Magerwiesen umwandeln. Nach einigen Jahren entsteht eine Blumenwiese von hohem Wert, für die Natur und für’s Auge!
Auch Menschen, die den besonderen biologischen Wert dieser artenreichen Blumenwiese – die zukünftige Magerwiese – nicht kennen, nehmen ihren landschaftlichen Reiz wahr! Ihr Strukturreichtum hat einen ganz anderen Erholungswert als säuberlich gepflegtes Kulturland.
Naturschutz betreiben wir ja nicht bloss für die Natur, sondern auch für uns Menschen!
Artenliste der Tagfalter im Sternenfeldbiotop
Artenliste der Libellen im Sternenfeldbiotop
Gemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!
Vernetzungsprojekte – im Interesse von Natur
Ausgleichsflächen -Vorteile für die Natur
Politik ist entscheidender Faktor für die Biodiversität
Zusammenfassung EU-Projekt ALARM

Jede Spende ermöglicht es dem Komitee: Nein zur Zerstörung des Biotops, noch mehr für die Natur im Siedlungsraum zu tun.
Spendenkonto: Koto-Nr. 40-44-0
IBAN CH45 0076 9016 5100 6463 8
Basellandschaftliche Kantonalbank
4144 Liestal
Zugunsten: «Grüne – Biotop Birsfelden»
Postfach 330
4127 Birsfelden
(Spenden bitte immer mit dem Vermerk «Grüne – Biotop Birsfelden» versehen.)
Vielen Dank!
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Komitee NEIN zur Zerstörung des Biotops Postfach 330 4127 Birsfelden E-mail: facebook@biotop-birsfelden.ch
Eine Zusammenarbeit von F. Schreier (Homepagesupport), J. Roth (Homepagebetreuung, Text u. Bildmaterial), F. Raschdorf (Mitbegründer; Textmithilfe u. Artenliste der Anfängen), fachlicher Unterstützung von Örni Akeret (Dr. Biologie Uni Basel; Präsident des NVVB), Die Makrobilder stammen von Th. Blum u. Diversen. Vogelbeobachtungen seit den Anfängen von Dr. med. Georges Preiswerk, (Mitglied der Schweizerischen Avifaunistischen Kommission (SAK) von 1999 bis 2009. Mitglied der ornithologischen Gesellschaft Basel (OGB), berichtet über das Reservat in den Langen Erlen). Stand Juni 2010.