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Biotop in Birsfelden – Ein bemerkenswertes Naturschutzgebiet!

Per Zufall bin ich bei Onlinereports und auf der WWF Regio – Ausflüge in die Natur über die neue dreisprachige Webseite www.grüngürtel.ch gestossen. Bei der endlich auch das Sternenfeldbiotop in Birsfelden positive Erwähnung findet!

“…bei der Schleuse befindet sich ein kleines aber bemerkenswertes Naturschutzgebiet mit einem Biotop (-> Detailkarte)….”

Regio Grüngürtel ist eine Webseite, die 50 aussergewöhnliche Naturorte in der Trinationalen Regio Basel beschreibt: 15 aus der Schweiz, 15 aus Frankreich und 20 Orte aus Deutschland. Zu jedem Standort werden neben der Natur, die Anreise, der Zeitbedarf und die Verpflegungsmöglichkeiten beschrieben.

Regio Grüngürtel ist ein Projekt der Stiftung Trinationaler Umweltschutz (TRINUM), die sich für Umweltschutzprojekte in der Region Basel einsetzt. Ziel ist, der Bevölkerung der Region die Vielfalt der Natur- und Landschaftsräume sowe die outdoor-Freizeitregionen bekannt und zugänglich zu machen.

Das Bewusstsein und die Wichtigkeit von Grün- und Freiflächen  soll gestärkt werden und wir sollten verstehen lernen, dass der Einsatz für die einzigartige und vielfältige Umwelt unsere Basler Region mit den unterschiedlichen Naturräumen eine Aufwertung der Lebensqualität ist.

Somit sollten wir zu diesen Natur- und Erholungsräumen Sorge tragen und den Naturschutz im umittelbaren Siedlungsraum fördern und schützen.

Hier noch der Direkt-Link zum Ausflugsziel Kraftwerk Birsfelden inkl. Biotop! Oder schauen Sie sich die Pdf-Beschreibung inkl. nützlichen Detailkarten hier an:

PDF-Dokument Regio Grüngürtel – Kraftwerk Birsfelden – Biotop bei der Schleuse

Sommerimpressionen vom Sternenfeldbiotop

Auch während der Sommermonate ist das Sternenfeldbiotop in Birsfelden ein gut besuchter  Naturgarten!

Gedanken zum offenen Brief…

…des Natur- und Vogelschutzvereins Birsfelden, an den Gemeinderat Birsfelden und den Verwaltungsrat der Kraftwerk Birsfelden AG

Teilauszug – Nachricht, BAZ, vom 03. März 2010 u. Artikel im Birsfelder Anzeiger vom 12. März 2010: „Die Naturschützer ziehen sich aus dem Birsfelder Biotop zurück”.

Auf der Kraftwerkparzelle 1550 wurde vor knapp 27 Jahren, Dank der damaligen Kraftwerkleitung und dem Gemeinderat Birsfelden, in Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Sternenfeld (den es ohne das damalige Engagement für Biotop nicht geben würde!) und dem Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB) - der bis vor kurzem in all diesen ganzen Jahre dieses Areal hegte und pflegte - dieses artenreiche und farbenfrohe «Hecken-, Wiesen- ,Trocken-, Feucht-Biotop» angelegt.

Wasserfrosch - Schwertransport im Teich (© Thomas Blum)

Der Teich (Feuchtbiotop) beherbergt seitdem: Schwimmkäfer, Wasserläufer, Wasserschnecken, Libellenlarven, Bergmolch, Wasserfrösche uvm., weiter bietet der Teich Tiefwasser- und Sumpflanzen Lebensraum. So sind z.B. Rohrkolben, Seerosen, Seekannen, Wasserschwertlilien und vieles mehr zu beobachten. Von Frühjahr bist Spätherbst konnten in all diesen Jahren bis zu 23 Libellenarten gezählt werden. Ausserdem konnten 3 herausragende Brutereignisse ins Brutvogelinventar der beiden Basel aufgenommen werden: Rohrammer- erste erfolgreiche Brut beider Basel 1994, Teichrohrsänger und Klappergrasmücke. Auch Stockenten und auch das Teichhuhn haben den Teich als Nistplatz entdeckt. Das Teichhuhn brütet nun schon seit fast 5 Jahren hier, momentan wieder sehr gut zu Beobachten!

Die Hecken bieten Zufluchtsorte für Vögel, die aus dem dichtbesiedelten Gebiet immer mehr verdrängt werden. Es konnte bis jetzt 121 Vogelnarten bestimmt werden. Der absolute Höhepunkt war der viertägige Besuch eines Dunklenlaubsängers (Phylloscopus fuscatus)

Dunklenlaubsänger (Phylloscopus fuscatus)

im Oktober 1992. Es ist dies die erste und bis jetzt einzige Beobachtung dieser ostasiatischen Art in der Schweiz! Aus der ganzen Schweiz kamen Ornithologen zum kleinen Biotop bei Birsfelden, um diesen seltenen Irrgast zu bewundern. Sehr Bedeutend also für zahlreiche Durchzügler! Auch bieten die Hecken Unterschlupf für Igeln, Mäusen, Wiesel usw.

Im Trockenbiotop, das aus dem Aushubmaterial des Teiches entstanden ist, haben sich viele Wildpflanzen angesiedelt. Bei sonnigem Wetter kann man dort Mauereidechsen entdecken.

Im Wiesenbiotop (Magerwiese – Trockenwiese) schliesslich, blühen unzählige viele Blumenarten: rote Flockenblumen, blauer Salbei, Glockenblumen, Margeriten, gelber Hornklee, usw. Je bunter diese Wiese, umso mehr Insekten finden sich ein. Zahlreiche Schmetterlings- und Libellenarten haben hier in den letzten Jahren eine Heimat gefunden. Auch für Wildbienen hat’s neuerdings ein Zufluchtsort, um den Rückgang der Bienen Entgegenzuwirken!

Viele vorbeifliegende Vogelarten werden häufig vom Biotop angelockt, ohne dass sie sich niedergelassen, wie z.B. Verschiedene Greifvögel, Enten, Möwenarten und Limikolen (Flussuferläufer, Waldwasserläufer, Bekassine, grosser Brachvogel, Regenbrachvogel, … etc.), Schwalben, Lerchen etc.

Distelfalter in der artenreichen Blumenwiese - Sternenfeldbiotop (© Thomas Blum)

In diesen 27 Jahren konnte so ein einmaliger Lebensraum, für eine artenreiche Pfanzen- und Tierwelt entstehen und das alles im unmittelbaren Siedlungsraum!

Nach dieser Einleitung kann man sehr gut verstehen und Nachvollziehen, dass der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB), die Grünen und die SP Birsfelden mit vielen anderen Naturfreunden, seit Jahren versuchen für diese Naturoase eine längerfristige Lösung zu suchen!

Jahrelanges Engagement des Natur- und Vogelschutzvereins Birsfelden

Das, nach 27 Jahren unermüdlichem Engagement – in Fronarbeit versteht sich – des Natur- und Vogelschutzvereins Birsfelden (NVVB) und seit den unruhigen Zeiten ab 2001 (2001 & 2003: gewonnene Abstimmung gegen ein 75m hohen Hochhausprojekt an derselben Stelle!), nun der NVVB schweren Herzens sein Engagement beim Biotop pausieren möchte, ist daher Nachvollziehbar. Gerade nach der verlorenen Referendumsabstimmung vom letzten November, bei der man für das ganze Areal und allen Beteiligten eine längerfristige Lösung erzielen wollte, ist die Zukunft des artenreichen «Hecken-, Wiesen- ,Trocken-, Feucht-Biotop» sehr ungewiss. Da dort jederzeit, auch ohne Baubewilligung, diese artenreiche Naturoase zerstört werden könnte, wie von Herrn Regierungsrat BL Jörg Krähebühl und gleichzeitig Verwaltungspräsident der KWB, mehrmals schon öffentlich angedeutet. So eine Artenvielfalt, darf nicht durch Unkenntnis, Egoismus und sogar aus reinen wirtschaftlichen Gründen geopfert werden.

Bis die heutige Kraftwerkleitung und der Gemeinderat Birsfelden keine längerfristige Lösung für das «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Feucht-Biotop» öffentlich äussert oder sich sogar noch auf ihr früheres Engagement für das Biotop besinnt. Denn „nur“ Dank der damalige Kraftwerkleitung (mit den Hauptaktionäre der Kantone Basel-Stadt und Baselland) und dem damaligen Gemeinderat Birsfeldens, mit ihrem Weitblick für die Naturvielfalt, konnte dieser  farbenfroher und wilder Naturgarten in Birsfelden erst entstehen.

Sollte aber die Kraftwerkleitung sich dieser Teil der Parzelle 1550, als Landreserve offen halten wollen, dann müsste sie als Kantonsunternehmen beider Basel, dieses endlich öffentlich Kommunizieren und somit könnte man abwägen, inwiefern, diese städtebauliche Entwicklung mit den heutigen Nutzern und den Anwohnern im Sternenfeld, in Vereinbarung zu bringen ist. Auch könnte die Frage aufgeworfen werden, ob ein Kantonsunternehmen, überhaupt sich neben ihrer Hauptaufgabe, der erneuerbaren Energiegewinnung durch die Wasserkraft u. deren Abwärme, sich als Raumplaner betätigen sollte?

Besucher am Teich - Sternenfeldbiotop (© J.Roth)

Das «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Feucht-Biotop» konnte nur Dank dem sorgfältigen Umgang der BesucherInnen, mit dieser farbenfrohen und artenreichen Naturoase entstehen und verkam deshalb nicht zum Rummelplatz, sondern zu einem Erholungsraum, neben der Tennisanlage und den Familiengärten.

Warum die Kraftwerk Birsfelden AG, diese Naturoase nicht schon längst als ihre Visitenkarten anerkannt hat, bleibt daher ein Rätsel. Eine eindeutige Stellungsnahme vom Gemeinderat Birsfelden und dem Verwaltungsrat der Kraftwerk Birsfelden AG, für den Erhalt dieser schützenswerten Naturoase im unmittelbaren Siedlungsraum, würde dem Natur- und Vogelschutzverein sein jahrzehntelanges Engagement, was eigentlich schon längst mal fällig gewesen wäre, würdigen. Gerade im UNO-Jahr der Biodiversität sollte es doch möglich sein, ein positives Zeichen zu setzen, für die einheimische und «noch» artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Dann wäre auch die kostengünstige Pflege für das «Hecken-, Wiesen-, Trocken-, Feucht-Biotop bei der Schleuse» durch den NVVB für die Zukunft gesichert!

Setzen wir uns also ein, das der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden, auch in Zukunft diese artenreiche und farbenfrohe Naturoase hegen und pflegen darf und das die Kraftwerkleitung sich besinnt, dass sie «nur» Dank der Natur, jährlich Ökostromgewinne (Naturmade Basic Label) erzielt und somit der Natur etwas zurückgeben sollte? So wie das Ihre Vorgänger gemacht haben!

«Es kann nicht alles mit Geld aufgerechnet werden. Auch der Mensch ist ein Teil der Natur. Wenn die Natur nach Geldwerten definiert wird, muss in letzter Konsequenz auch der Mensch seine Daseinsberechtigung ökonomisch ausweisen.»

(Bundesrat Moritz Leuenberger – SP – in einer Rede am 19. Sept. 2009)

Blaue Mosaiklibelle im Sternenfeldbiotop(© Thomas Blum)

Werden Sie Mitglied beim Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB)!

PDF-Dokument Jahresprogramm NVVB

PDF-Dokument NVVB Mitteilungsblatt 1/2010 (mit dem Original: “Offener Brief an den Gemeinderat Birsfelden und den Verwaltungsrat der Kraftwerk Birsfelden AG!!!”)

PDF-DokumentGemeinde Birsfelden nennt Biotop reizvoll!

PDF-Dokument Engagieren Sie sich im UNO-Jahr der Biodiversität für die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt!



Kraftwerk war mit Biotop einverstanden

Leserbrief von Fritz Raschdorf, Birsfelder Anzeiger (BA),  18. Dezember 09

Ich möchte mich nochmals zu Wort melden. Soweit ich die Diskussion zum Thema «Biotop am Stausee» überblicke, hat es keine «über Jahre erfolgten Angriffe» des jetzigen Referendumskomitees gegen die Kraftwerk Birsfelden AG gegeben.

1983/ Biotop - Anfang (© A. Roth)

Das Komitee ist erstmals 2009 zusammengetreten. Gegen den Ausbau des geplanten Verwaltungsgebäudes wurde nicht opponiert. Dagegen hat die Kraftwerk Birsfelden AG bisher nicht erklärt, warum mit dem Ausbau des Verwaltungsgebäudes das «Biotop am Stausee» verschwinden und durch einen Park ersetzt werden soll. Ich möchte festhalten, dass die Kraftwerkleitung 1980 mit der Bitte an die Gemeinde herangetreten ist, die Hege und Pflege des Areals 1550 zu übernehmen (siehe Protokoll Einwohnerratssitzung vom

22. Oktober 1980, Mitteilung des damaligen Gemeindepräsidenten Gino Cereghetti).

2009/ Viele Biotopbesucher am 3. Weihnachtsfeiertag! (© J.Roth)

Nach der Beratung wurden der Quartierverein Sternenfeld und der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden beauftragt, eine naturnahe Grünfläche zu planen und einzurichten. Das Birsfelder Biotop (Biotop heisst Lebensraum) wurde 1983 realisiert. Dass die Betreuer des Biotops nach 26 langen Jahren der Wartung ihr Lebenswerk schützen wollen, sollte einleuchten. Ein Biotop dieser Art ist für den Einzelnen nur einmal im Leben zu schaffen. (Motto: Pflanze zu Lebzeiten einen Baum.) Das Biotop sollte ein Geschenk für alle Birsfelder und ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna bleiben. Die Kraftwerkleitung bleibt gefordert. Sie darf nicht vergessen, dass sie mit dem Bau des Kraftwerks aus der Natur (Wasserkraft) einen grossen Gewinn erzielt. Die Leitung steht in einer Bringschuld und wäre gut beraten, das Biotop zu erhalten. Für die Kraftwerksbetreiber entstünden keine Nachteile.

Biotop Juni 1983

Fritz Raschdorf, Mitbegründer des «Biotop am Stausee»

Reaktion auf den Leserbrief «Fast alle haben dank dem Ja gewonnen» von Karl Weisskopf im BA Nr. 49, Freitag, 04. Dezember 09

Leserbriefauszug: [...] die bedrohte Natur [...]

Auszug aus dem Leserbrief von Eckhard Rothe, Birsfelder Anzeiger, 04. Dezember 09

[...] Die von der Gemeindeversammlung vom 22. Juni beschlossene „Mutation Zonenreglement Siedlung“ wurde mit 1637 Ja zu 1342 Nein gestützt. Auch wenn die Abstimmung nicht zum anvisierten Ziel geführt hat, ist sie dennoch als Erfolg zu werten. Denn die Kampagne der Linken und Grünen

Wasserlilie am Weiher im Biotop (© Thomas Blum)

Wasserschwertlilie im Teichbiotop (© Thomas Blum)

hat auf die bedrohte Natur

in einem dicht besiedelten Lebensraum wie Birsfelden aufmerksam gemacht. Jetzt können wir nur hoffen, dass die Verantwortlichen und Befürworter einer geplanten Parklandschaft die Freizeitanlagen und das Biotop nicht vergessen. Die Aufstockung und Umnutzung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes war von keiner Seite bestritten worden. [...]

Eckhard Rothe,

SP Birsfelden

SP Birsfelden



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