Trockenbiotop – Kleinstrukturen: Trockenmauer und Ast-/ Steinhaufen Teil 3/4

Übersichtsplan der Lebensraumtypen (© BMeissen Office for Design,Basel)

Teil 3

Trockenbiotop: Kleinstrukturen – Trockenmauer, Ast- und Steinhaufen im „Biotop Am Stausee“

In den Ritzen und Spalten einer Trockenmauern und eines Steinhaufen sucht eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Schutz und Lebensraum. Für Schmetterlinge können sie Wärmequellen, Paarungsplätze, Winter- und Nachtquartiere sein. Marienkäfer zum Beispiel versammeln sich oft unter einem Stein und überwintern dort. Wenn die Steine mit Algen, Flechten oder Moosen bewachsen sind, findet sich darauf eine spezialisierte Fauna von Kleinschmetterlingen und Schnecken. Eine Trockensteinmauer und Steinhaufen wird ohne Zement und Mörtel gebaut. Sie verformt sich im Laufe der Jahre. Asthaufen dienen als Versteck und Sonnenplätze für Reptilien, wie Eidechsen und Schlangen. Säugetiere wie der Igel finden darin Rückzugs- und Überwinterungsplätze. Zahlreiche Insekten leben zudem im und vom langsam zerfallenden Holz.


Die neuesanierte Trockenmauer und der Steinhaufen

Im Frühjahr 2016 wurde die alte Trockenmauer von 1983 zurückgebaut und mit neuen Steinen aufgebaut. Die Steine der alten und verfallenen Trockenmauer waren nicht mehr geeignet für den Aufbau der Neuen und wurden deshalb verwendet um den Steinhaufen hinter dem Teich zu vergrössern und artenreicher zu machen.

Steinhaufen - Biotop Am Stausee (© NVVB)

Warum braucht es Kleinstrukturen wie Trockenmauer und Steinhaufen?

Eidechsen, Molche, vielleicht auch mal Blindschleichen verkriechen sich gerne in den kühlen Spalten. Hummeln und Wildbienen finden Unterschlupf, ebenso Laufkäfer, Spinnen und Asseln. In feuchteren Lagen gedeihen in den Ritzen, wo sich Humus angesammelt hat, auch Farne, Efeu und das Zimbelkraut. An sonnigen, heissen Mauern wachsen verschiedenen Mauerpfeffer. Der Blütenreichtum dieser Pflanzen lockt Insekten und Schmetterlinge an. Die Eidechsen nehmen auf den Steinen gern ein Sonnenbad und legen ihre Eier zwischen die erwärmten Steine, so dass sie dort auf natürliche Weise ausgebrütet werden. Gern wird der Steinhaufen auch als Überwinterungsplatz von verschiedenen Kriechtieren benutzt.

Ökologie der Trockenmauer und Steinhaufen

  • Trockenmauern sind „trocken“, weil sie ohne Zement oder Mörtel entstehen. Die Steine werden lose aufeinander geschichtet und mit kleinen Steinen hintermauert, was nach einem besonderen Fachwissen verlangt, damit die Mauer über Jahre wirklich stabil bleibt.

  • Steinhaufen sind von einem unschätzbaren Wert für die Natur. Zum einen sind sie Lebensraum für Insekten, Käfer und vielleicht auch Eidechsen. Zum anderen dienen sie aber weitaus mehr Tierarten als Trittstein auf ihren Wanderungen. Sowohl die Frösche, welche vom Überwinterungsort im Wald zum Laichgewässer wandert, als auch das Braunkehlchen, das von Afrika bis Nordeuropa fliegt, sind auf sie angewiesen.

  • Obwohl Trockenmauer und Steinhaufen, eine beschränkte Grösse aufweisen, brauchen sie einen minimalen Unterhalt. Büsche müssen zurückgeschnitten und wuchernde Problempflanzen ausgerissen werden.

Die Asthaufen

Asthaufen - Unterschlupf für Igel & Co. (© NVVB)

Asthaufen dienen als Versteck und Sonnenplätze für Reptilien, wie Eidechsen und Schlangen. Säugetiere wie der Igel oder das Wiesel finden darin Rückzugs- und Überwinterungsplätze. Zahlreiche Insekten leben zudem im und vom langsam zerfallenden Holz.

Charakteristische Pflanzen und Zoologische Bedeutung

Die Trockenmauer, Ast- und Steinhaufen überlässt man sich selbst, denn schon kleine Veränderungen und Störungen können diesen sich selbst weiterentwickelnden Lebensraum schnell wieder zerstören. Mit dem Alter werden Trockensteinmauern und Steinhaufen immer reicher, vielfältiger und schöner. Trockensteinmauern und Steinhaufen brauchen wenig Pflege.

Hier können Sie die Auflistung der vorkommenen Pflanzen sich anschauen:

Artenliste der Botanik im Biotop am Stausee [PDF, 3 MB]

Zukunft und Schutzbestrebungen

In stark bebauten Gemeinde Birsfelden fehlen viele dieser Mikrobiotope. Kleinstrukturen sind daher überlebenswichtige, naturnahe Lebensraumelemente für zahlreiche Insekten, Amphibien, Reptilien, Vogelarten und Säugetiere. Daher sollten weitere Kleinstrukturen geschaffen werden, auch im Hinblick auf die Vernetzung unter den verschiedenen Lebensräumen (Biotope).

PDF-DokumentKleinstrukturen – grosse Chance für die Natur


Danke

Wir danken ganz herzlich den folgenden Personen und Institutionen für die grosszügige finanzielle Unterstützung bei der Sanierung der Trockenmauer im Frühjahr 2016

  • Kraftwerk Birsfelden AG

  • Carl Burger Stiftung, Münchenstein

  • Ornithologische Gesellschaft Basel

  • Hedwig Karrer Stiftung der Igelfreunde Baselland

  • Walder-Bachmann Stiftung, Basel

  • Margarethe und Rudolf Gsell-Stiftung, Basel

  • Sophie und Karl Binding Stiftung, Basel

  • Fritz und Hannelore Raschdorf, Basel

  • Kommission für Natur- und Landschaftsschutz Kanton Baselland

  • Wir danken dem Trockenmauer-Erbauer, Fabian Meyer von der Grünspecht Gmbh mit seinem Team für diese tolle Arbeit, sowie Florian Gysin und sein Team vom Werkhof Birsfelden für die vielfältige Unterstützung.

Vorher / Nachher


 

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