5. NATUR Messe 2010: «Biodiversität – unsere Zukunft»

Die 5. NATUR Messe 2010 mit integriertem NATUR Festival findet wiederum am zweiten muba-Wochenende (11. bis 14. Februar 2010) in der Halle 4 der Messe Basel statt. Mit 40′000 Besucherinnen und Besuchern und einer stetig wachsenden Ausstellerzahl ist die NATUR Messe zu einem gesamtschweizerischen Treffpunkt für alle geworden, die nachhaltig und zukunftsfähig leben und konsumieren möchten.

Die NATUR steht ganz im Zeichen der Biodiversität. So ist ein Highlight der NATUR Messe 2010 ein 50 m2 grosses Papiliorama, in welchem Hunderte von Schmetterlingen aus aller Welt hautnah erlebt werden können. Das bepflanzte Schmetterlingshaus ist begehbar, was eine direkte Begegnung mit den farbigen Wunderwerken der Natur ermöglicht. Der Gastkanton Zürich zeigt mit einem originellen „Memory“-Spiel, wie überraschend vielfältig sich Natur und Landschaft in der am dichtesten besiedelten Region der Schweiz präsentiert.

Der 5. NATUR-Kongress und Workshop zum Thema:

«Biodiversität – unsere Zukunft» findet statt am Freitag, 12. Februar 2010:

[...]Unter Biodiversität versteht man die Vielfalt des Lebens auf der Erde – von der genetischen Vielfalt über den Artenreichtum bis hin zur Vielfalt der Ökosysteme. Die Biodiversität ist für das Leben und Überleben der Menschen von zentraler Bedeutung

Distelfalter im Wiesenbiotop - Biodiversität im Siedlungsraum (© Thomas Blum)

. So leisten die Ökosysteme unermessliche Dienste: Sie liefern Nahrungsmittel und Brennstoffe, tragen zur Klimaregulation bei, schützen vor Naturkatastrophen, halten die Stoffkreisläufe der Erde aufrecht und sind für die Bodenfruchtbarkeit und sauberes Trinkwasser verantwortlich. Die Biodiversität ist weltweit zunehmend gefährdet. Als wichtigste Bedrohungsfaktoren gelten die Zerstörung und Veränderung von Lebensräumen, invasive Arten, Belastungen durch Nährstoffe und andere Chemikalien, der Klimawandel sowie die Übernutzung.

Mit dem Thema Biodiversität – und dem Ausblick in „unsere Zukunft“ möchte der NATUR Kongress der zentralen Bedeutung der Biodiversität nachgehen. Das Jahr 2010 wurde zum internationalen Jahr der Biodiversität erklärt, mit dem Ziel, Rechenschaft darüber abzulegen, ob deren Rückgang in den vergangenen Jahren aufgehalten werden konnte. Wie die meisten andern Staaten dürfte auch die Schweiz dieses Ziel nicht erreichen. [...]

Informationen zu Messe und Festival sowie Online-Kongressanmeldung finden sich unter www.natur.ch oderTel. 061 205 10 11 (NATUR Geschäftsstelle).

Ausführliches Kongressprogramm mit Workshopbeschreibung finden sie hier (auf Natur-Logo klicken!):

  • Homepage der NATUR 5/09 >>>


Urbane Biodiversität: Artenvielfalt in der Nachbarschaft

Die Gemeinde Birsfelden gehört zu den dicht besiedeltsten Gemeinden des Kantons Baselland und da ist es wichtig, dass die Flächen, die noch unverbaut sind mit Sorgfalt und Weitsicht betrachtet werden. Vor allem die schon bestehenden Biotope in Birsfelden sollten möglichst erhalten bleiben und gefördert werden.

Ein artenreiches und farbenfrohes Beispiel einer noch funktionierenden urbanen Biodiversität in der Nachbarschaft, ist das wertvolle und schützenswerte Biotop bei den Kraftwerkschleusen in Birsfelden. Daher müssen wir – die NaturliebhaberInnen – , die Gemeinde Birsfelden in Zusammenarbeit mit der Kraftwerkleitung dafür sorgen, dass diese Naturoase auch in Zukunft bestehen bleiben darf.

Gewinn für alle

Solche attraktive und naturnahe gestaltete Lebensräume (=Biotope) sind die glaubwürdigste Visitenkarte jedes Unternehmens, jeder Gemeinde und auch jedes Kantons. Der Unterhalt solcher Naturoasen sind zudem kostengünstiger, als bei einer landschaftsarchitektonischen Parkgestaltung.

Naturnah gestaltete Areale bieten also mehr Lebensqualität: Für Tiere, Pflanzen und Menschen. Naturoasen dienen uns zur Erholung, Entspannung und Inspiration.

Im UNO-Jahr der Biodiversität haben wir nun die Möglichkeit dazu, die urbane Vielfalt in der Nachbarschaft zu schützen und näher zu erforschen.

Biodiversität = biologische Vielfalt = gesamte Vielfalt des Lebens!

Alles weiter zum UNO-Biodiversitätsjahr finden sie unter:

http://www.biodiversitaet2010.ch/

http://naturschutz.ch/kategorie/news/biodiversitaet/

Die Biodiversität und warum sie uns kümmern sollte

Den Begriff Biodiversität hören wir sehr oft, doch was bedeutet er eigentlich? Ganz einfach gesagt geht es um die Vielfalt. Doch was sich auf den ersten Blick simpel anhört, ist dann doch etwas komplizierter – wie so fast alles, leider. ;-)

Die Biodiversität gliedert sich in drei Teile. Sie sind alle unverzichtbar für ein funktionierendes Ökosystem. Ein solches ist wieder an jedem Ort der Welt nötig, damit wir Nahrung, Luft und Rohstoffe haben.

Aerial Atoll (via sleepychinchilla @flickr)

Aerial Atoll (via sleepychinchilla @flickr)

  1. Vielfalt der Arten, klassische Artenvielfalt, oft auch exklusiv unter Biodiversität verstanden
  2. genetische Vielfalt, besonders wichtig im Bezug auf Anpassungsfähigkeit der Art
  3. Vielfalt der Ökosysteme und Ökosystemprozesse, auch Prozesse, wie Überflutungen oder Waldbrände sind teil der Biodiversität

Ohne, dass wir es merken, leistet die Natur täglich Dienstleistungen, produziert Güter und Rohstoffe, die wir alleine gar nicht oder nur mit gigantischen Kosten hätten. So leisten Bienen knapp einen Zehntel des Werts der Weltnahrungsproduktion mit der Bestäubung von Blütenpflanzen auf dem ganzen Globus. Daneben putzen diverse Pflanzen und Tiere unsere Gewässer, sorgen für Sauerstoff und entsorgen unseren Abfall.

Neben diesen Dienstleistungen gibt es auch noch die Schutzfunktion: So schützen uns diverse Tiere wiederum vor anderen Schädlingen oder Schutzwälder vor Lawinen, Erdrutschen und Steinschlägen.

Nicht zu vergessen ist auch der ethische Aspekt: Dürfen wir entscheiden, welche Spezies leben dürfen und welche nicht? Können wir es uns also leisten, dass Arten verschwinden, massenhaft Individuen Wilderei, Brandrodungen oder dem Klimawandel zum Opfer fallen? Es ist zwar immer schwierig, den genauen Unterschied zwischen Nutzen und Ausbeuten festzulegen, doch ich denke, dass wir mit dem Massstab der Nachhaltigkeit ein gutes Kriterium haben.

Biodiversity Hall at AMNH (via Dom Dada @flickr)

Biodiversity Hall at AMNH (via Dom Dada @flickr)

Zwar auch wichtig, aber nicht überall anwendbar ist die Erholungs-, Genuss- und Freizeitfunktion, welche viele Grünflächen in der Schweiz haben. Kaum ein Wald ohne Spaziergänger oder Bikerinnen. Auch wenn nun über die Hälfte der Menschen in Städten wohnt, so ist die Möglichkeit, ins Grüne zu gehen für viele Leute ganz wichtig, besonders in den Industrieländern. Wer fährt nicht gerne in den Alpen Ski, spaziert an einem Fluss entlang, macht Ferien am Meer oder wandert im hohen Norden.

Weltweit steht die Biodiversität hauptsächlich an zwei Orten unter extremem Druck: Einerseits in den tropisch freuchten Wäldern und andererseits in den Ozeanen, Meeren und Binnengewässern.

In den tropisch feuchten Wäldern (oder auch Regenwäldern) ist der Druck vor allem durch die Rodungen im Amazonasbecken, in Zentralafrika und in Südostasien gigantisch. Würde die Schweiz gleich schnell kleiner werden, wie alleine in Brasilien der tropische Regenwald abgeholzt wird, so wäre nach dreieinhalb Jahren nichts mehr übrig! Das Tempo ist atemberaubend und im Moment deutet leider wenig auf baldige Besserung hin. Problematisch ist auch, dass die Aufforstung ganz schwierig ist, weil die komplexen Ökosysteme sich oft nur ungenügend wiederherstellen lassen und die Böden degradiert sind.

Die Gewässer andererseits stehen etwas schwerer nachvollziebaren Einflüssen gegenüber. In Landwirtschaftsgebieten ist der Nährstoffeintrag aus Dünger und Gülle das Problem. In den Ozeanen ist vor allem der Plastikmüll ein enormes Problem für die Vögel, welche diesen Abfall fressen und daran sterben. Der Klimawandel wiederum bedroht die Korallenriffe, ein Hotspot der Evolution.

Es ist deshalb sehr wichtig, dass wir den ungeheuren Vorrat an noch unbekannten Wirkstoffen für Krankheiten, die Formenvielfalt, die zahlreichen Dienste, etc. erhalten. Wir müssen vom Wegwerfen zum Wiederverwenden kommen – eine ganz schwierige Wandlung. Denn nicht nur ist das Wegwerfen viel komfortabler und schneller erledigt, es ist auch eine in den letzten Jahrzehnten gut trainierte Gewohnheit von uns geworden. Tatsächlich können wir noch viel mehr recyclen, als wir es jetzt schon tun, auch wenn die Schweiz ganz gut dasteht.

Wir müssen aber auch unsere Umwelt mehr wieder vor uns selbst schützen, indem wir unseren Freizeitaktivitäten sinnvolle Grenzen setzen.

Bild von sleepychinchilla und Dom Dada auf flickr

«Biotop am Stausee» – Winterliche Impressionen…

Auch in den Wintermonaten wird das «Biotop am Stausee» gerne besucht….

Kraftwerk war mit Biotop einverstanden

Leserbrief von Fritz Raschdorf, Birsfelder Anzeiger (BA),  18. Dezember 09

Ich möchte mich nochmals zu Wort melden. Soweit ich die Diskussion zum Thema «Biotop am Stausee» überblicke, hat es keine «über Jahre erfolgten Angriffe» des jetzigen Referendumskomitees gegen die Kraftwerk Birsfelden AG gegeben.

1983/ Biotop - Anfang (© A. Roth)

Das Komitee ist erstmals 2009 zusammengetreten. Gegen den Ausbau des geplanten Verwaltungsgebäudes wurde nicht opponiert. Dagegen hat die Kraftwerk Birsfelden AG bisher nicht erklärt, warum mit dem Ausbau des Verwaltungsgebäudes das «Biotop am Stausee» verschwinden und durch einen Park ersetzt werden soll. Ich möchte festhalten, dass die Kraftwerkleitung 1980 mit der Bitte an die Gemeinde herangetreten ist, die Hege und Pflege des Areals 1550 zu übernehmen (siehe Protokoll Einwohnerratssitzung vom

22. Oktober 1980, Mitteilung des damaligen Gemeindepräsidenten Gino Cereghetti).

2009/ Viele Biotopbesucher am 3. Weihnachtsfeiertag! (© J.Roth)

Nach der Beratung wurden der Quartierverein Sternenfeld und der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden beauftragt, eine naturnahe Grünfläche zu planen und einzurichten. Das Birsfelder Biotop (Biotop heisst Lebensraum) wurde 1983 realisiert. Dass die Betreuer des Biotops nach 26 langen Jahren der Wartung ihr Lebenswerk schützen wollen, sollte einleuchten. Ein Biotop dieser Art ist für den Einzelnen nur einmal im Leben zu schaffen. (Motto: Pflanze zu Lebzeiten einen Baum.) Das Biotop sollte ein Geschenk für alle Birsfelder und ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna bleiben. Die Kraftwerkleitung bleibt gefordert. Sie darf nicht vergessen, dass sie mit dem Bau des Kraftwerks aus der Natur (Wasserkraft) einen grossen Gewinn erzielt. Die Leitung steht in einer Bringschuld und wäre gut beraten, das Biotop zu erhalten. Für die Kraftwerksbetreiber entstünden keine Nachteile.

Biotop Juni 1983

Fritz Raschdorf, Mitbegründer des «Biotop am Stausee»

Reaktion auf den Leserbrief «Fast alle haben dank dem Ja gewonnen» von Karl Weisskopf im BA Nr. 49, Freitag, 04. Dezember 09

Leise rieselt der Schnee…

Frohe Festtage! (© J.Roth)

„Biotop am Stausee“, eine Geschichte…

Die Geschichte des Biotops beginnt mit dem Bau der 2. Schleuse des Kraftwerks Birsfelden (1977). Der bis zum Bau jährlich auf dem Areal 1550 angebaute Mais verschwand, ebenfalls die Grenzhecke an der Schleusenkammer. Der beim Bau angefallene Aushub wurde 6 Jahre lang auf dem ehemaligen Maisacker abgelagert.

Erste Schleuse (© Fritz Raschdorf)

Vor Bau der 2. Schleuse 1975 (© Fritz Raschdorf)

Nach der Fertigstellung der 2.Schleuse (1979) trat die Kraftwerke Birsfelden AG an die Gemeinde heran, um mit ihr über die Nutzung des nun brachliegenden Feldes zu verhandeln. Der Wunsch des Kraftwerkes war, der Gemeinde die Hege und Pflege des Areals zu übertragen. Die Gemeinde war bereit. Eine Vereinbarung zwischen der Einwohnergemeinde und dem Kraftwerk betreffend Einzonung und Verwendung der Fläche, die die rechtsgültige Zonenänderung aus dem Jahr 1949 erweiterte, wurde formuliert. Damit wurde das weitere Vorgehen geregelt und bildete die Grundlage für die öffentliche Nutzung der Parzelle 1550 im Jahr 1980. Die Gemeindeverwaltung ging in der Folge daran, für die Nutzung des Areals 1550 in einen Plan auszuarbeiten. Am 15. Oktober 1980 wurde der Plan der Einwohnergemeinde zur Abstimmung vorgelegt. Eingangs der Beratung stellte der damalige Gemeindepräsident G. Cereghetti  fest, dass die Kraftwerks AG das Areal 1550 der Gemeinde zur Hege und Pflege zur Verfügung gestellt hat.

Der Nutzungsplan der Gemeinde sah vor, 3600 m2 dem Tennis-Club, 5000 m2 dem Familiengartenverein, 1200 m2 dem Boccia-Club zur Nutzung zu überlassen.

Nutzungsvielfalt auf der Parzelle 1550

Heutige Nutzung - Parzelle 1550 (Satellitenbild)

Eine Wiese mit 12’500 m2 sollte der Allgemeinheit dienen. Schon im Vorfeld hatten Birsfelder Bewohner den Wunsch formuliert, die ganze Fläche des Areals unbebaut zu lassen. Dazu wurde, um Gehör zu verschaffen, die Aktion 1550 gegründet, um eine entsprechende Planskizze für eine möglichst naturnahe Grünanlage zu schaffen. Da die Planung der Verwaltung im Einwohnerrat am 22. Oktober 1980 gutgeheissen wurde, hat die Aktion 1550 eine Petition mit 1100 gültigen Unterschriften eingereicht, um das Gelände nicht zu überbauen, auch nicht zu zerteilen, sondern freizuhalten. Die Petition wurde vom Stimmvolk abgelehnt. Die Abstimmung am 3. bis 5. April 1981 wurde im Sinne der Verwaltung rechtskräftig und den Vereinen zur Nutzung übergeben.

Die Verwaltung wollte aber nicht die Aktion 1550 beiseite stehen lassen und lud die Aktion 1550 und den Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden (NVVB) zu einem Gespräch ein. Diskussionspunkt war, den vorliegenden Plan für eine naturhafte Grünfläche auf der 12’000 m2 grossen geplanten Wiese zu diskutieren. Man einigte sich, den vorliegenden Gestaltungsplan zu überarbeiten. Der überarbeitete Gestaltungsplan II wurde erneut der Verwaltung vorgelegt. Bauingenieur U. Rehmann erhielt danach den Auftrag, den überarbeiteten Biotop-Gestaltungsplan in den Gesamtplan aufzunehmen.

Erste Pflanzungen (© Fritz Raschdorf)

Erste Pflanzungen - Teichbiotop 1983 (© Fritz Raschdorf)

Die Leitung des Kraftwerks war (wohl) mit dem Biotop-Gestaltungsplan einverstanden, denn kurz darauf wurde der NVVB vom Kraftwerk eingeladen, um eine am Radweg vorgesehene Hecke 10 Meter zu versetzen. Sonst gab es keine Einwände. Im März 1983 begann eine Firma unter Baubegleitung von Herrn U. Rehmann (damaliger Bauingenieur der Gemeinde) mit dem Aushub des Teiches und der Erstellung eines Besucherwegs. Der Verein NVVB und Mitglieder der Aktion 1550 (heutiger Quartierverein Sternenfeld) pflanzten im Frühjahr die Hecken, verlegten die Teichfolie, erledigten die Erdarbeiten am Teich, pflanzten die Wasserpflanzen.

Ackerflächen für die geplante Blumenwiese wurden eingesät und an manchen Stellen Wiesenkräuter gesetzt. Ab 1983 hat der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden die Pflege auf der Fläche von 12’500 m2 übernommen, Naturwiesen und Hecken im Hinblick auf die zu schützenden Lebewesen geschnitten und das Gebiet gewartet. Der Verein möchte dies auch weiter tun.

Wiesenbiotop1

Artenreiche Blumenwiese - Wiesenbiotop 2009 (© J. Roth)

Es ist nicht zu begreifen, dass die allmählich entstandene artenreiche Blumenwiese vernichtet werden soll. Eine solche Wiese kann schnell einmal umgepflügt werden, braucht aber sehr lange Zeiträume (auch 26 Jahre sind noch zu wenig!), bis sie wieder entstanden ist.  Je wilder ein Biotop (=Lebensraum) resp. ein Park gestaltet ist, desto besser für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. In einem konventionellen Park dagegen würden die Amphibien nicht lange überleben. Ebenso wenig wie viele andere Tier- und Pflanzenarten. Also ein landschaftsarchitektonischer Park an dieser Stelle würde alles zunichte machen.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden mit der Vernichtung seines Lebenswerks bestraft wird. Er hat es nicht verdient. Während Mitglieder der anderen Vereine über all die Jahre ihren Freizeitinteressen und Hobbys nachgehen konnten, hat sich der NVVB uneigennützig für die Natur eingesetzt. Genau genommen sind die Naturschützer dem Auftrag von Gemeinde und Kraftwerk gefolgt und haben das entstandene Biotop gehegt und gepflegt. Haben sie mit ihrer Fronarbeit das ausgeführt, was Kraftwerk und die Gemeinde gewollt hatten. Daraus haben sich Freundschaften fürs Leben gebildet, die sich vorher nicht gekannt haben.

Über das ganze Jahr gibt's viele Besucher am Teichbiotop  (© Judith Roth)

Über das ganze Jahr gibt's viele Besucher am Teichbiotop (© J. Roth)

Gedanken von Fritz Raschdorf, Mitinitiant Biotop – „Aktion 1550“ (1980-1982, danach Gründung des Quartiervereins Sternenfeld), Dezember ‘09

Leserbriefauszug: [...] die bedrohte Natur [...]

Auszug aus dem Leserbrief von Eckhard Rothe, Birsfelder Anzeiger, 04. Dezember 09

[...] Die von der Gemeindeversammlung vom 22. Juni beschlossene „Mutation Zonenreglement Siedlung“ wurde mit 1637 Ja zu 1342 Nein gestützt. Auch wenn die Abstimmung nicht zum anvisierten Ziel geführt hat, ist sie dennoch als Erfolg zu werten. Denn die Kampagne der Linken und Grünen

Wasserlilie am Weiher im Biotop (© Thomas Blum)

Wasserschwertlilie im Teichbiotop (© Thomas Blum)

hat auf die bedrohte Natur

in einem dicht besiedelten Lebensraum wie Birsfelden aufmerksam gemacht. Jetzt können wir nur hoffen, dass die Verantwortlichen und Befürworter einer geplanten Parklandschaft die Freizeitanlagen und das Biotop nicht vergessen. Die Aufstockung und Umnutzung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes war von keiner Seite bestritten worden. [...]

Eckhard Rothe,

SP Birsfelden

SP Birsfelden

Das Hecken-Wiesen-Teich-Biotop am Stausee – Ende oder Neubeginn?

Leserinnenbrief von Judith Roth, Birsfelder Anzeiger, 04. Dezember 09 (ungekürzte  Fassung!)

Distelfalter

Distelfalter im Wiesenbiotop (© Thomas Blum)

Das Komitee: „Nein zur Zerstörung des Biotops“ hat mit ihrem Referendum (575 Unterschriften) und der daraus resultierenden Referendumsabstimmung vom letzen Abstimmungswochenende (1342 Nein- gegen 1637 Ja-Stimmen) versucht, auf der Parzelle 1550 das Hecken-Wiesen-Teich-Biotop am Stausee, der gesamten Bevölkerung von Birsfelden als Erholungsraum und Grünzone weiter zu erhalten. Das Komitee: „Nein zur Zerstörung des Biotops“ hat sich darauf beschränkt mit einem Flyer, 2 Standaktionen und einigen Leserbriefen, ihre Argumente zu vertreten und der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Sie hat es im Wesentlichen unterlassen, auf die Verdrehungen von Tatsachen, auf die z.T. beleidigenden Äusserungen und auf unwahre Behauptungen der Gegenseite in der Presse näher einzugehen. Doch dass Gemeindepräsident Claudio Botti, eigentlich Volksvertreter aller Birsfelderinnen und Birsfelder, angeblich einmal mehr von Polemik von Seite unseres Referedumskomitees spricht, zeigt auf, dass die Befürchtungen und Anliegen von 1342 Birsfelder Stimmbürgerinnen und Stimmbürger vom Gemeindepräsident nicht ernst genommen werden. Dabei hat Gemeindepräsident Claudio Botti, an der letzten Gemeindeversammlung, noch darüber referiert, dass die Ökologie für die Attraktivität und die Lebensqualität der Wohngemeinde Birsfelden einen hohen Stellenwert in Zukunft vermehrt haben muss. Das waren dann wohl nur leere Worte Herr Gemeindepräsident od.?

“Biotop ist Reizvoll” sagt die Gemeinde

“Biotop ist Reizvoll” sagt die Gemeinde!

Doch Fakt ist, wir konnten leider unser Ziel nicht erreichen und akzeptieren nun das demokratische Resultat. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, damit diese Naturoase zwischen den Hochhäusern für die Birsfelderinnen und Birsfelder erhalten bleiben kann und darf. Ob als ökologische Ausgleichsfläche am Rande des intensiv genutzten Wohnquartiers Sternenfeld.

Judith Roth, Referendumskomitee

Leider ein JA, das Biotop muss aber bleiben!

Es hat gestern nicht gereicht, ca. 300 Stimmen haben den Unterschied gemacht. Wir danken allen, die sich mit uns für das Biotop und die Vereine eingesetzt haben! Merci

Trotzdem ist noch nichts verloren, denn ein Baugesuch liegt nicht vor. Die Gefahr ist aber klar: Das Biotop soll verschwinden und mit ihm der Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten. Auch würde dieses wertvolle Erholungsgebiet komplett wegfallen.

Wir setzen in den kommenden Monaten weiterhin alles daran, dass das Biotop bleibt.

Florian Schreier



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