24. BASELBIETER NATURSCHUTZTAG – PFLEGEEINSATZ IM „BIOTOP AM STAUSEE“

Pflegeeinsatz BL-Naturschutztag - Biotop Am Stausee, 28.Okt.2018 (© NVVB)


Der sehnlichst erwartete Regen, hielt am letzten Samstag die 18 freiwilligen Helferinnen und Helfer nicht ab, zu unserem Pflegeeinsatz ins nun schon 35-Jahre alte „Biotop Am Stausee“ zu kommen, den wir wieder im Rahmen des Baselbieter Naturschutztages abhielten.

Folgende Arbeiten wurden erledigt

  • Zusammenrechen des Schnittgutes. (Die Wildblumenwiese und Teichumland wurde in der Woche vorab tierschonend gemäht)

  • Zurückschneiden der Äste bei den Kopfweiden, mit dem Schnittgut wurden teilweise die Asthaufen aufgefrischt, und in die Hecken hinter dem Teich verbaut, damit Igel, Amphbien & Co. eine Überwinterungsmöglichkeit haben

  • Der Steinhaufen wurde vom bewuchst befreit, dabei entdeckten wir ein grosses Wespennest im Todholz.

  • Im ganzen Gebiet wurden die Armenischen Brombeeren  rausgepickelt und wo nicht möglich so weit als möglich zurückgeschnitten

  • Im Teich wurden die Rohrkolben, Seerosen und Binsen dezimiert, damit die Wasserfläche offen bleibt. Auch die Verlandungstellen am Teichrand wurden etwas zurückgebunden

  • Bei dem im Frühjahr reaktivierten Trockenstandort auf dem Hügel, wurden die hereinwachsenden unerwünschten Pflanzen rausgepickelt. Dabei entdeckten wir Bergmolche,  die sich für die Winterpause am eingraben waren. Natürlich wurde die Arbeit vorsichtig ausgeführt, damit wir den Molchen keinen Schaden zu führten.

Da der Regen zum guten Glück nicht so stark war, aber die Nässe langsam in die Knochen kroch, durften wir im Schärmen des Tennis-Clubhauses vom TC Birsfelden unser Z’nüni einnehmen. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Pflegeeinsatz BL-Naturschutztag - Biotop Am Stausee, 28.Okt.2018 (© NVVB)

Alte Obstsorten des Vereins Edelchrüsler

Unser Vereinsmitglied Heiner Lenzin hatte übrigens ein kleiner Ausschnitt der alten Obsorten-Ausstellung des Vereins Edelchrüsler mitgenommen und uns beim Froschbrunnen präsentiert. Danke Heiner!

Nach der Stärkung im Trockenen, gingen alle wieder freudig an die Arbeit, die wir dann bis kurz vor 12 Uhr erledigt haben.

Es war – trotz Regen -, wieder ein schöner kurzweiliger herbstlichen Samstagmorgen und wir bedanken uns ganz herzlich bei allen die wieder mitgeholfen haben und so einen grossen Beitrag geleistet haben für die Förderung der Biodiversität in Birsfelden – Ihr wart einfach Grossartig!

Es grüsst euch der Vorstand des


Der nächste Baselbieter Naturschutztag findet am Samstag, 26. Oktober 2019 statt, also Vormerken und Mithelfen kommen :-)


Impressionen vom Einsatz, gibt’s hier in unserem Flickr-Album

Starke Männer im Teich (©NVVB)

HECKENEINSATZ MIT PRIMARSCHULE STERNENFELD 2018

Heute morgen kamen wieder eine fleissige Primarschulklasse des Sternenfeld Schulhauses, um den Heckanteil zu den Familiengärten freizuschneiden und auch einige Sträucher am Wegrand auf Stock zu setzen.

Wir danken den 19 Schülerinnen und Schülern der Klasse P5d und ihren Lehrern – des Sternenfeld Schulhaus-, herzlich für ihren tollen Einsatz für unsere heimische Natur!

Unserem Vereinsmitglied Hans-Peter Moser ein riesen Dankeschön für seinen Einsatz mit den Schulkindern!


Tipps: Hecken – richtig pflanzen und pflegen – PDF

 

INTERVIEW-SERIE 4/6: 35 JAHRE „BIOTOP AM STAUSEE“

Fritz Liechti - August 2018 (© NVVB)

Fritz Liechti – August 2018 (© NVVB)


35-jähriges Bestehen des „Biotop Am Stausee“ – Mitglieder erzählen wie alles begann Und mehr…

Interview mit Fritz Liechti
(NVVB-Präsident von 2005 bis 2009)

Stell dich bitte in 2 Sätzen kurz vor
Bin nun Rentner und sehr Naturverbunden. Ohne Feldstecher und Kamera* läuft bei mir im Freien nichts.

Wie ist deine Liebe zur Natur entstanden?
Durch meinen Vater, der mich schon als kleinen Bub mit in den Wald und die Natur als solches mitnahm und mir so sehr vieles Beibringen konnte.

Was hat dich dazu bewogen sich für die Anliegen der Natur im Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden zu engagieren?
Durch Zufall erfuhr ich von einer Exkursion durch den NVVB ins Lötschental. Da war mein Interesse sofort da. Ich wollte aber nicht einfach profitieren und legte meiner Anmeldung zur Teilnahme, sogleich eine solche als Mitglied für mich und meine Frau bei.

Zeitungsartikel Eichenpfanzung

BZ-Zeitungsartikel Eichenpfanzung – November 2007

Du warst jahrelang Vorstandsmitglied und von 2005 bis 2009 NVVB-Präsident, was war(en) dein(e) grössten Erfolg(e)?
Das Pflanzen von 800 jungen Eichen am 17. Nov. 2007, finanziert vom NVVB. 20 Leute vom NVVB pflanzten gemeinsam zusammen mit den Forstmitarbeitern der Bürgergemeinde Basel diese Eichen. 2008 gab es nochmals eine Zusammenarbeit mit der Unterstützung einer Birsfelder Schulklasse, da pflanzten wir 150 einheimischen Sträuchern am Burenweg ein, finanziert durch die Bürgergemeinde Basel.

Auch als Mitglied der Biotopkommission warst du tätig, da habt ihr euch intensiv um die Pflege des „Biotop Am Stausee“ gekümmert, was stand da alles in eurem Aufgabebereich (Pflegemassnahmen etc.)?
Leider war zu meiner Zeit als Präsident kein guter Moment. Die Pflege des Vorhafens musste abgegeben werden und im „Biotop Am Stausee“ durften wir nur das Nötigste vornehmen. Die Erklärung folgt bei bei der nächsten Frage.

Teich zugewachsen - Biotop Am Stausee, April 2011 (© Andreas Müller)

Teich am verlanden – Biotop Am Stausee, April 2011 (© Andreas Müller)

An welches Natur-Erlebnis im Zusammenhang mit dem „Biotop Am Stausee“ kannst du dich besonders erinnern?
Die grosse Erleichterung, nach der Ablehnung des Hochhauses (GVS-Abstimmung 2001/2003), welches an der Stelle des Teiches gebaut worden wäre und somit das regional beteutenden Naturschutzgebiet mit den verschiedenen Biotop-Typen zerschnitten und somit diese Lebensräume zerstört worden wären. Dank den Einsatz der Birsfelder Stimmbevölkerung für das Weiterbestehen dieses regionalen Naturschutzgebiets, gibt es das wertvolle Gebiet bis heute.

Steinadler (© Bernhard Müller)

Steinadler (© Bernhard Müller)

Wenn du ein Vogel wärst, welcher wäre es und warum?
Der Steinadler, wie er sich in die Lüfte schwingen und sich dann tragen lassen kann hat mich immer fasziniert.

 


Wenn du ein Säugetier wärst, welches wäre es und warum?
Das Murmeltier, da könnte ich während der kalten Jahreszeit schlafen ;-)

Hast du eine Lieblingspflanze?
Alpenglöckchen (Soldanélla alpina), bringt für mich den Frühling in die Berge zurück.

Das „Biotop Am Stausee“ gibt’s es nun schon 35 Jahre, bist du zufrieden was daraus geworden ist?
Ja, nachdem nun vieles wieder Freude macht.

Zum Schluss möchte ich gerne wissen, was wünscht du dir für die Zukunft des „Biotop Am Stausee“ und für die Naturvielfalt der Gemeinde Birsfelden?
Dass noch viel mehr Menschen begreifen wie wichtig die Natur im unmittelbaren Siedlungsraum für Bedeutung hat und auch wenn das „Biotop Am Stausee“ nur klein ist, ohne dieses Kleinod wäre Birsfelden was die Natur anbelangt um vieles Ärmer.

Weisssterniges Blaukehlchen - Biotop Am Stausee, April 2013 (© Fritz Liechti)

Weisssterniges Blaukehlchen – Biotop Am Stausee, April 2013 (© Fritz Liechti)


Interview geführt durch Vorstandsmitglied: Judith Roth, im August 2018 / *Fritz hat schon viele tolle Naturaufnahmen von Vögeln, Schmetterlinge, Libelle u. Co. gemacht und stellt sie uns immer mal wieder zur Verfügung – Danke!

Eine verkürzte Version wurde auch im Birsfelder Anzeiger vom 9. November 2018 veröffentlicht
→ Ohne dieses Kleinod wäre Birsfelden um vieles ärmer


Serie 1-6
1: Fritz Raschdorf
2: Guido Müller
3: Heiner Lenzin
4: Fritz Liechti
5: Fredi Niffeler, Toni Lenz und Kurt Krüger
6: Örni Akeret

 

INTERVIEW-SERIE 3/6: 35 JAHRE „BIOTOP AM STAUSEE“

Heiner erklärt den Blutweiderich - Biotop Am Stausee, August 2018 (© NVVB)


35-jähriges Bestehen des „Biotop Am Stausee“ – Mitglieder erzählen wie alles begann Und mehr…

Interview mit Heiner Lenzin
(NVVB-Gründungsmitglied und NVVB-Präsident von 1991 bis 2005)

Stell dich bitte in 2 Sätzen kurz vor
Ich bin ein nun bald einmal 60jähriger, der seiner Linie treu geblieben ist und für die Natur aber auch benachteiligte Menschen einsteht, weil sich diese meist nicht selber helfen können.

Wie ist deine Liebe zur Natur entstanden?
Ich war schon mit meinen Eltern viel zu Fuss unterwegs, aber „dr Ärmel inezooge“ hat es mir in einem Jugendlager von Pro Natura im „Wauwilermoos“ (LU).

Gibt es ein Thema im Naturschutz, dass dich besonders fasziniert?
Was soll mich daran faszinieren? Ich würde lieber nur die Natur geniessen. Ich bin der Überzeugung, dass Naturschutz unser ethischer Auftrag, aber auch für das langfristige Überleben der Menschheit notwendig ist.

Wie kam es dazu, dass du Gründungsmitglied des NVVBs bist?
Ich wurde als 13-Jähriger von den Ornithologen und Naturschützern des damaligen Vereins (OGBirsfelden: Heute OG-Gimpel) aufgenommen und bestens betreut, sodass ich nach einem leidigen Streit, bei den Leuten des Vereins, die sich vermehrt für die Anliegen des Naturschutzes stark machten, zusammengeblieben bin und somit auch Mitglied wurde des neu gegründeten NVVB.

Was hat dich dazu bewogen, dich für die Anliegen der Natur im Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden zu engagieren?
Ich wurde schon als Jugendlicher, und ich war sicher kein einfacher Teenager, ernst genommen, bestens betreut und wunderbar unterstützt. Ich verdanke den „Urgesteinen“ des Vereins menschlich und fachlich enorm viel.

Du warst von 1991 bis 2005 NVVB-Präsident. Was war(en) dein(e) grössten Erfolg(e) als Präsident?
In meiner Zeit wurde das Naturschutzgebiet am Rande des Hardwaldes, die „Weiheranlage Hard“, geschaffen. Dieses wurde angelegt, damit die Amphibien bei ihrer Wanderung zum Laichgewässer (damals in der Staatsgrube) nicht auf der Hardstrasse überfahren werden. Diese drei Ersatzlaichgewässer gibt es in diesem Jahr auch schon 25 Jahre und sie funktionieren als Laichgewässer sehr gut.

NVVB Spechtkurs 1999

Spechtkurs 1999

Weiter wurde in meiner Zeit, die direkte Zusammenarbeit mit den Schulen intensiviert. Ich möchte aber betonen, dass unsere Naturschutzarbeit nur dank den vielen engagierten Vorstands- und Vereinsmitgliedern funktioniert hat. – So war es nie „nur“ mein Erfolg.

 

An welches Natur-Erlebnis im Zusammenhang mit dem „Biotop Am Stausee“ kannst du dich besonders erinnern?
Am Teich habe ich einmal an einem Herbsttag über eine Stunde Bartmeisen beobachten können, wie sie sich an den Samenständen der Rohrkolben gütlich getan haben.

Neuntöter Männchen - Biotop Am Stausee 2016 (© NVVB)

Neuntöter Männchen im „Biotop Am Stausee“ 2016 (© NVVB)

Wenn du ein Vogel wärst, welcher wäre es und warum?
Ein Neuntöter. Ich freue mich immer riesig, wenn ich diesen Vogel auf seinen Warten in dornigen Strauchstrukturen auf Magerwiesen und -weiden sehe.

Wenn du ein Säugetier wärst, welches wäre es und warum?
Ein Luchs, immer unterwegs, wenig gesehen.

Hast du eine Lieblingspflanze?
Das ist für einen Botaniker eine schwierige Frage. Aber nachdem ich mich mehrere Jahre mit dem hochalpinen Himmelsherold beschäftigte, habe ich zu dieser Pflanze schon eine besondere Beziehung.

Warum gibt es das heutige „Biotop Am Stausee“ überhaupt?
Weil Mitglieder des NVVB und Bewohner des Sternenfeldquartiers an einem Strick gezogen haben und zusammen als Gemeinschaft für die Sternenfeldbewohnern und die Natur etwas Nachhaltiges schaffen wollten.

Bist du zufrieden mit dem, was daraus geworden ist?
Ja, ich bin sehr zufrieden. Ich freue mich, dass es erstens ein wertvoller Lebensraum für viele einheimische Tiere und Pflanzen ist und zweitens, dass damit den Birsfelder Schulkindern die Natur und die Wichtigkeit deren Schutzes nähergebracht werden können.

Trockenbiotop - Biotop Am Stausee, Sept. 2018 (© NVVB)

Trockenbiotop, Sept. 2018

Hattest du noch andere solche Ideen für Birsfelden?
Ich gehe davon aus, dass das Leben in einer dichtbesiedelten Welt und den damit wachsenden Umweltproblemen nur zu schaffen ist, wenn Natur in allen Bereichen unseres Lebensraumes und unseres Lebens erhalten und gefördert wird. Insofern hatte und habe ich immer noch viele Ideen.

Zum Schluss möchte ich gerne wissen, was du dir für die Zukunft des „Biotop Am Stausee“ und für die Naturvielfalt der Gemeinde Birsfelden wünscht?
Der Erhalt des „Biotop Am Stausee“ muss oberste Priorität haben. Ansonsten muss gerade in der stark überbauten Gemeinde Birsfelden, in der schon viel Natur verloren gegangen, überall zwischen und an Gebäuden wieder Platz für Lebewesen geschaffen werden. Die Förderung der Biodiversität in den Siedlungen sind keine Träumereien von uns Naturschützer, sondern aus ökologischer Sicht auch für den Menschen eine Notwendigkeit und somit eine wichtige und grosse Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen.

Möchtest du sonst noch was loswerden?
Ich freue mich über den aktuellen sehr aktiven Vereinsvorstand und möchte dieses Interview nutzen, diesem ganz herzlich für seine tolle Arbeit zu danken.

Schleuse mit Biotop 1985_Fotoarchiv Dokumentationsstelle Gemeinde Riehen, Fotograf unbekannt

Schleuse mit „Biotop Am Stausee“ noch ohne Bäume und Sträucher, 1985

Interview geführt durch Vorstandsmitglied: Judith Roth, im August 2018

Eine verkürzte Version wurde auch im Birsfelder Anzeiger vom 14. September 2018 veröffentlicht
→ Der Erhalt des „Biotops Am Stausee“ muss oberste Priorität haben


Serie 1-6
1: Fritz Raschdorf
2: Guido Müller
3: Heiner Lenzin
4: Fritz Liechti
5: Fredi Niffeler, Toni Lenz und Kurt Krüger
6: Örni Akeret