INTERVIEW-SERIE 6/6: 35 JAHRE „BIOTOP AM STAUSEE“

NVVB Präsident Örni Akeret - August 2018 (© NVVB)
Unser Präsident: Örni Akeret bei der Abkühlung im Garten, August 2018 (© NVVB)

35-jähriges Bestehen des „Biotop Am Stausee“ – Mitglieder erzählen wie alles begann und mehr…

Hier kommt nun das letzte Interview mit Gründungsmitglied und unserem heutigen Vereinspräsidenten Örni Akeret

Stell dich bitte in 2 Sätzen kurz vor
Beruflich befasse ich mich mit Pflanzenfunden aus archäologischen Ausgrabungen. In der Freizeit bin ich am liebsten mit meiner Partnerin Marlu in der Natur unterwegs oder im Garten am Arbeiten oder Entspannen.

Wie ist deine Liebe zur Natur entstanden?
Sie ist da solange ich mich erinnern kann. Meine Eltern müssen sie schon sehr früh geweckt haben. Wir waren mit der Familie auch immer viel draussen unterwegs.

Haubenlerche (© J. Roth)
Haubenlerche, leider brütet sie nicht mehr in Birsfelden – Ihr Lebensraum ist nicht mehr vorhanden.

Du bist ja im Sternenfeldquartier aufgewachsen, kannst du uns etwas über diese Zeit erzählen im Zusammenhang mit der Fauna und Flora?
Als Kind sah ich fast täglich die Haubenlerchen im Sternenfeldquartier. Im Winter holten sie Brotkrümel auf dem Pausenhof. Ich hielt sie daher für etwas ganz Gewöhnliches. Erst als sie schon fast verschwunden waren, realisierte ich, dass es dies das letzte Vorkommen der Schweiz war.


→ Auszug aus: Ornithologisches Inventar beider Basel, 1992-1995


Wie kam es dazu, dass du Gründungsmitglied des NVVBs bist?
Ich war ja schon im Vorgängerverein dabei. Als sich ein neuer Verein formierte, der sich hauptsächlich dem Naturschutz widmete, war es keine Frage, dass ich damit machen wollte.

Was hat dich dazu bewogen sich für die Anliegen der Natur im Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden zu engagieren?
Wer Pflanzen und Tiere liebt, sollte sich auch für deren Schutz engagieren. Und zwar nicht nur für die Elefanten in Afrika, sondern auch für die Mauersegler im eigenen Quartier.

NVVB Präsident Örni Akeret - Oktober 2018 (© NVVB)
Unser Präsi im Einsatz im Teich

Du bist seit 2009 NVVB-Präsident, kannst du uns einen Einblick in deine ehrenamtliche Arbeit geben? Gab es ein Highlight in dieser Zeit? 
Es ist eigentlich immer was zu tun, grössere Pausen gibt es nicht. Etwas Besonderes herausstreichen ist daher schwierig.

Wenn du ein Vogel wärst, welcher wäre es und warum?
Ich wähle hier unseren „Wappenvogel“ im Vereinslogo: Die Stockente. Auf den ersten Blick keine spektakuläre Art, aber ein Alleskönner. Sie kann schwimmen, schnell und ausdauernd fliegen,und am Boden rumspazieren geht auch. Zugegebenermassen nicht besonders elegant… Obwohl sie ein eher urtümlicher Vogel ist, hat sie sich erfolgreich an die heutige Umwelt angepasst.

Wenn du ein Säugetier wärst, welches wäre es undwarum?
Vielleicht ein Eichhörnchen. Wenn sie von Baum zu Baum springen, ist es schon fast eine Art von Fliegen. Und Nüsse mag ich auch.

Rosenblüte - Biotop Am Stausee, Mai 2018 (© Deep Nature)
Widlrose am blühen – Biotop Am Stausee, Mai 2018 (© Deep Nature)

Hast du eine Lieblingspflanze? (ich weiss die Frage an einen Botaniker ist etwas doof, doch ich habe sie allen gestellt, vielleicht gibt’s da doch eine?) 
Ja das ist wirklich schwierig bei der riesigen Vielfalt von Pflanzenarten. Wildrosen faszinieren mich ganz besonders. Sie sind in jeder Jahreszeit sehenswert.

Bist du zufrieden was in den 35 Jahren mit dem „Biotop Am Stausee“ geworden ist? 
Mir gefallen diese vielfältigen Biotope und es ist immer noch spannend, wie sie sich weiterentwickeln. Zu Beginn hatte ich erwartet, dass sich aus den Wiesen bald Magerrasen entwickeln. Nun sehe ich, dass diese Flächen zwar jedes Jahr einen neuen Aspekt haben, aber dass die Entwicklung viel länger dauert.

Zum Schluss möchte ich gerne wissen, was wünscht du dir für die Zukunft des „Biotop Am Stausee“ und für die Naturvielfalt der Gemeinde Birsfelden?
Ohne engagierte Menschen vor Ort, kann ein Projekt wie das von uns nun schon so lange gepflegte und betreute „Biotop Am Stausee“ nicht funktionieren. Ich hoffe, dass es auch auf lange Sicht gelingt, den Bewohnerinnen und Bewohnern von Birsfelden die Schönheit und den Wert unserer Natur zu vermitteln, und dass es sich lohnt, sich dafür einzusetzen.

Wildpflanzenmarkt 2018 - Biotop Am Stausee, 28. April 2018 (© NVVB)
Örni mit seiner Mutter Ilse und unserem ersten Präsidenten Guido Müller am Wildpflanzenmarkt, Mai 2018 (© NVVB)

Interview geführt durch Vorstandsmitglied: Judith Roth, Oktober 2018

Eine verkürzte Version wurde auch im Birsfelder Anzeiger vom 21. Dezember 2018 veröffentlicht
→ Sich für die Natur engagieren – nicht nur in Afrika, sondern auch im Quartier


Serie 1-6
1: Fritz Raschdorf
2: Guido Müller
3: Heiner Lenzin
4: Fritz Liechti
5: Fredi Niffeler, Toni Lenz und Kurt Krüger
6: Örni Akeret

INTERVIEW-SERIE 5/6: 35 JAHRE „BIOTOP AM STAUSEE“

Fredi, Toni & Kurt - August 2018 (© NVVB)

Fredi, Toni & Kurt – August 2018 (© NVVB)


35-jähriges Bestehen des „Biotop Am Stausee“ – Mitglieder erzählen wie alles begann Und mehr…

Interview mit Fredi Niffeler (FN), Toni Lenz (TL) und Kurt Krüger (KK)
(ehem. langjährige Vorstandsmitglieder und Mitglieder der Biotopkommission bis 2010)

Wie ist eure Liebe zur Natur entstanden?

FN: Ich bin in einer Familie aufgewachsen in der das Wort „Natur“ Gross geschrieben wurde. Mein Vater hat uns viel über die Tier- und Pflanzenwelt beigebracht. Dies hat mein Leben sehr geprägt.

TL: Ich bin als Kind auf dem Bauernhof aufgewachsen und habe dadurch schon einen starken Bezug zur Natur und vor allem zu den Tieren bekommen. Als 13- jähriger bin ich auf anraten meines Biolehrers, 1948 in den Schweizerischen Bund für Naturschutz (heute Pro Natura) aufmerksam gemacht worden und sofort beigetreten.

KK: Bin mit Bauern in der Umgebung Nidau am Bielersee aufgewachsen, damals war das Seeland noch teilweise ein richtig wildes Naturparadies, so war die Berührung zur Natur unmittelbar.

Was hat euch dazu bewogen sich für die Anliegen der Natur im Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden zu engagieren?

FN: Als „Lozärner“ hat mich mein Beruf als Zollbeamter nach Basel verschlagen. Hier hat mich TL motiviert dem NVVB beizutreten

TL: 1968 bin ich auf Birsfelden gezogen und dort in die OGBirsfelden (Heute: OGimpel). eingetreten. 1982 wurde der NVVB gegründet, so wechselte ich dorthin und engagierte mich da auch gerade im Vorstand. Weiter war ich bis 2010 Mitglied in der Biotopkommission.

FN u. TL: Auch der damals schon gut erkennbare Rückgang der Artenvielfalt und der Große Druck auf die Natur haben uns bewogen auf Gemeindeebene sich für die Natur einzusetzen.

KK: Ich bin 1962 in die Region Basel und später mit meiner Frau nach Birsfelden gezogen. War Jung, hatten nicht viel Geld und suchte eine sinnvolle Beschäftigung neben meiner Arbeit beim Zoll. Meine Arbeitskollegen FN u. TL haben mich auf den NVVB aufmerksam gemacht, seitdem bin ich Mitglied.

Kraftwerkinsel und Parzelle 1550 - 2.7.1983 (© Swissair)

Kraftwerkinsel und Parzelle 1550 mit Biotop – 2.7.1983 (© Swissair)

Gibt es ein Thema im Naturschutz, was euch besonders fasziniert?

FN: Die Spechte im Hardwald haben mich besonders fasziniert, sodass ich mich entschloss, diese zu kartieren. Beinahe zwei Jahrzehnte bin ich den Spechten nachgestiegen. Besonders der gefährdete Mittelspecht lag im Fokus meiner Erhebungen. Durch die Förderung der Eichen dort, kann man heute sehen, hat sich der Bestand der Mittelspechte in der Region erfreulicherweise erholt und er nimmt sogar leicht zu.

TL: Ich bin ein geborener Naturfreund, somit bin ich von der unglaublichen Vielfalt der Natur im Ganzen fasziniert.

KK: Ja genau Toni, die wunderbare Pflanzen- und Tierwelt die wir haben, müssen wir mit aller Kraft weiterhin schützen.

Ihr wart lange Jahre Vorstandsmitglieder und habt euch in der Biotopkommission über 20 Jahre intensiv um die Pflege des „Biotop Am Stausee“ gekümmert, was waren eure grössten Erfolge?

Fredi mit Schulkindern, die bei Pflegearbeiten mithelfen, 2009 (© NVVB)

Fredi mit Schulkindern, die bei Pflegearbeiten mithelfen, 2009 (© NVVB)

 

 

 

 

FN: Im Jahre 1984 wurde ich mit TL und Theo Wagner in die Biotopkommission gewählt, später kamen noch KK und Fritz Liechti hinzu. Im Team übernahmen wir die Betreuung des „Biotop Am Stausee“, hegten und pflegten in unzähligen Frontdienststunden das Gebiet. Im Jahr 1995 wurde ich in den Vorstand des NVVBs gewählt. Dort wurde mir das Resort „Vogelschutzobmann“ zugeteilt. Ich war massgeblich am Aufbau der Nistkastenanlage im Hardwald, dem Aufbau des Mauersegler- und Mehlschwalbenparks in der Gemeinde beteiligt. Schlussendlich habe ich die Waldkauz-Nistkästen im Hardwald reaktiviert. Über den Bruterfolg der Vögel und der Siebenschläfer führte ich Statistik. Zudem leitete ich diverse Verein Exkursionen und organisierte eine mehrtägige Reise an die Nordsee mit Aufenthalt in Husum und Hallig Hooge. Im Weiteren habe ich während vieler Jahre das Mitteiliungsblatt des NVVB geführt. Schlussendlich haben wir einen Jugendkurs zur Einführung in die Ornithologie durchgeführt.

TL: Natürlich die Gründung des „Biotop Am Stausee“ 1983 mit der Pflege: Heuen, Mahd, Hecken- und Teichpflege etc. Im ersten Jahr hatten wir einen Aufwand von 1’155 Stunden! Viele Vereinsmitglieder halfen mit, auch zwei Schulklassen. Der Erfolg der Verhinderung des Baus eines Hochhauses anstelle des Teiches war ein weiterer Meilenstein. Die damalige Situation mit dem Kraftwerk war nicht so rosig.

KK: Die gemeinsame Beschäftigung unter Gleichgesinnten in der Natur. Weiter machte mir die Tätigkeit im Vorstand als Protokollführer viel Spass. Mein Ansporn war, dass ich kurz nach der Vorstandsitzung alles ins Reine schrieb und meine Vorstandskollegen schon am nächsten Tag damit beliefern konnte.

Besucher am Teich – Biotop Am Stausee, 2009 (© J. Roth)

An welches Erlebnis im Zusammenhang mit dem „Biotop Am Stausee“ könnt ihr euch erinnern?

FN: Die Hochhaus-Geschichte 2001/2003: Die Kraftwerk Birsfelden AG, wollte ihr Reserveland umzonen lassen und an der Stelle wo sich der Teich des „Biotop Am Stausee“ befindet ein 74m hohes Hochhaus hinbauen. So wäre das ganze Naturschutzgebiet „Biotop Am Stausee“ in seiner Einheit mit seinen artenreichen Lebenräumen (Hecken-, Trocken- und Feuchtbiotop und den Kleinstrukturen) zerstört worden. Zum Glück wurde der 74m hohe Wohnturm vom Birsfelder Souverän verworfen. Dadurch konnte das Naturschutzgebiet erhalten bleiben.

TL: Ja, genau die leidige Hochhausgeschichte. Doch für mich überwiegt der Einflug des Dunkellaubsängers ins Gebiet 1992, ein Irrvogel aus Sibirien. Es war die Erstbeobachtung dieses Vogels überhaupt in der Schweiz, bis heute!

KK: Für mich war es immer eindrücklich, was durch das Mithelfen alles daraus entstehen und sich weiterentwickeln konnte.

Wenn ihr ein Vogel wärt, welcher wäre es und warum?

Weisssterniges Blaukehlchen im Biotop (© Fritz Liechti)

Weisssterniges Blaukehlchen – Biotop Am Stausee, 2013 (© Fritz Liechti)

 

 

 

 

FN: Ein Blaukehlchen. Der Langstreckenzieher legt in unregelmässigen Abständen im „Biotop Am Stausee“ (Weisssternige Blaukehlchen: 1. April 2013) oder auf der Kraftwerkinsel einen Zug halt ein. Dabei fasziniert mich die auffallende Blaufärbung von Kehle und Brust die das Männchen im Brutkleid zeigt. Das Rotsternige Blaukehlchen besuche ich regelmässig in seinem Brutgebiet in den Schweizer Alpen.

TL: Ein Steinadler, weil der die Möglichkeit hat von oben herab die schöne Natur sich anzuschauen.

KK: Die Amsel, wegen ihrem wunderbaren Gesang

Wenn ihr ein Säugetier wärt, welches wäre es und warum?

Siebenschläfer - Hardwald, Aug.2018 (©NVVB)

Siebenschläfer – Hardwald, Aug.2018 (©NVVB)

FN: Ein Siebenschläfer. Nicht etwa, weil sie den ganzen Tag verschlafen, sondern weil sie so drollige Knopfaugen und einen buschigen Schwanz haben. Ich habe die heimlichen Untermieter in den Nistkästen unserer Nistkastenanlage im Hardwald kennengelernt. Leider geht der Bestand zurück.

TL: Eigentlich der Homo sapiens, doch er hat sich leider zum „Destruk-ziensis“ in Sache Natur entwickelt.

KK: Der Bär, wegen meinen Emmentaler-Wurzeln „Berner-Bär

Habt ihr eine Lieblingspflanze?

FN: Generell die Orchideen haben es mir angetan. Die raren Spezies gibt es auch noch an einigen Standorten in unserer Gemeinde und werden meistens übersehen. Viele davon wurden leider durch falsche Grünflächenpflege aber auch zerstört.

TL: Ja, auch beim mir sind es die wildwachsenden Orchideen. Ich habe viele Orte in der Schweiz bereist, die als Hotspot für diese Art gelten. Leider werden durch moderne Pflegeeingriffe mit Maschinen diese Orte immer weniger. Auch in Birsfelden hat es noch weniger Bestände, vor allem im Hafengebiet.

KK: Mich beeindruckt die gesamte Pflanzenwelt und wie alles zusammenhängt

Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera var. basiliensis) - Birsfelder Hafen, Mai 2015 (© NVVB)

Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera var. basiliensis) – Birsfelder Hafen, Mai 2015 (© NVVB)

Das „Biotop Am Stausee“ gibt’s es nun schon 35 Jahre, seid ihr zufrieden was daraus geworden ist?

FN: Man darf nie zufrieden sein. Doch das „Biotop Am Stausee“ ist ein Kleinod und ist nicht mehr wegzudenken. Immer wieder lockt das „Biotop Am Stausee“ seltene Zugvogelarten wie Dunkellaubsänger, Gelbbrauen-Laubsänger oder Samtkopfgrasmücke an. Schade nur, dass das umliegende Gelände weitere Gestaltungsmöglichkeiten bzw. Vergrösserung momentan nicht zulässt.

TL: Doch, doch mehr kann man auf diesem 11’200 m2 Stücken Land nicht herausholen – Ich bin sehr zufrieden. Sowieso seitdem es darüber eine Vereinbarung gibt mit der Landbesitzerin.

KK: Ja, weil es sehr gut gepflegt wird, aber niemals zuviel, so das man manchmal meinen könnte, es sah dort immer so aus.

Dunkellaubsänger – schweizweit erste Sichtung im Biotop 1992

Zum Schluss möchte ich gerne wissen, was wünscht ihr euch für die Zukunft des „Biotop Am Stausee“ und für die Naturvielfalt der Gemeinde Birsfelden?

FN: Ich wünsche mir, dass das „Biotop Am Stausee“ noch lange erhalten bleibt. Auch kleine Biotope (Lebensräume) sind für die Artenvielfalt und für die Vernetzung wichtig, da die Vernetzung die Artenvielfalt bestimmt. Gerade die Gemeinde Birsfelden sollte zur ihren letzten grünen Oasen Sorgen tragen. Der NVVB muss weiterhin dranbleiben und sich für das „Biotop Am Stausee“ Stark machen. Geht das Bewusstsein für solche Oasen verloren, wird es bald in der verbauten Gemeinde keine wilde Natur mehr geben. Bleibt zu hoffen, dass die Kraftwerk Birsfelden AG und die Gemeinde Birsfelden auch in Zukunft den Wert des Natur-Bijous erkennen und die Parzelle 1550 nicht überbauen. Deshalb muss der NVVB im Siedlungsraum unserer Gemeinde den Pflanzen- und Tierwelt vermehrt Hilfe leisten. Projekte, die Schuljugend in die Belange der Natur einzuführen hat der NVVB immer wieder unternommen. Doch als ehrenamtlicher Verein mit vielen Werktätigen ist es nicht immer einfach, solche Angebote anzubieten. Es ist daher auch die Aufgabe der Gemeinde dem nachzukommen.

TN: Es sollte mit dieser Vielfalt an Lebensräume genauso erhalten bleiben und das die „Biodiversität im Siedlungsraum“ verbessert wird. Das die heutigen Rasenflächen (Kulturwüsten) endlich in Blumenwiesen- /Blumenrasen verwandelt werden! Selbst in den Familiengärten sieht man eine Tendenz, dass ehemalige Gemüsebeete in konventionelle Rasenflächen verwandelt werden (Einzelne sogar 75%). Man stellt dann dort Wildbienenhäuser drauf, für was? Wenn keine Blütenpflanzen, die Nektar produzieren wachsen, welche die Hauptnahrung der Wildbienen sind?! Weiter hoffe ich, dass ich die teilweise doch noch intakte Natur lange geniessen darf.

KK: Ich hoffe, dass es in diesem Rahmen so erhalten bleibt und weiterhin engagierte Leute sich darum kümmern. Denn, man kann gar nicht ermässen, was die einzelnen Leute dafür aufbringen! Weiter erhoffe ich mir für Birsfelden, dass die Ausgewogenheit von Wohnen, Grünflächen, Industrie, Wald, so bleibt und nicht geopfert wird durch Projekte an der Bevölkerung vorbei. Gerade der geplante massive Verlust vieler alter Bäume im Zentrumsplanung und das in Zeiten des Klimawandels wo jeder ältere Baum eigentlich Gold-Wert sein müsste – Macht mir da grosse Sorgen!

Buntspecht - Biotop Am Stausee, Mai 2018 (© Deep Nature)

Buntspecht – Biotop Am Stausee, Mai 2018 (© Deep Nature)


Interview geführt durch Vorstandsmitglied: Judith Roth, im August u. November 2018


Serie 1-6
1: Fritz Raschdorf
2: Guido Müller
3: Heiner Lenzin
4: Fritz Liechti
5: Fredi Niffeler, Toni Lenz und Kurt Krüger
6: Örni Akeret

24. BASELBIETER NATURSCHUTZTAG – PFLEGEEINSATZ IM „BIOTOP AM STAUSEE“

Pflegeeinsatz BL-Naturschutztag - Biotop Am Stausee, 28.Okt.2018 (© NVVB)


Der sehnlichst erwartete Regen, hielt am letzten Samstag die 18 freiwilligen Helferinnen und Helfer nicht ab, zu unserem Pflegeeinsatz ins nun schon 35-Jahre alte „Biotop Am Stausee“ zu kommen, den wir wieder im Rahmen des Baselbieter Naturschutztages abhielten.

Folgende Arbeiten wurden erledigt

  • Zusammenrechen des Schnittgutes. (Die Wildblumenwiese und Teichumland wurde in der Woche vorab tierschonend gemäht)

  • Zurückschneiden der Äste bei den Kopfweiden, mit dem Schnittgut wurden teilweise die Asthaufen aufgefrischt, und in die Hecken hinter dem Teich verbaut, damit Igel, Amphbien & Co. eine Überwinterungsmöglichkeit haben

  • Der Steinhaufen wurde vom bewuchst befreit, dabei entdeckten wir ein grosses Wespennest im Todholz.

  • Im ganzen Gebiet wurden die Armenischen Brombeeren  rausgepickelt und wo nicht möglich so weit als möglich zurückgeschnitten

  • Im Teich wurden die Rohrkolben, Seerosen und Binsen dezimiert, damit die Wasserfläche offen bleibt. Auch die Verlandungstellen am Teichrand wurden etwas zurückgebunden

  • Bei dem im Frühjahr reaktivierten Trockenstandort auf dem Hügel, wurden die hereinwachsenden unerwünschten Pflanzen rausgepickelt. Dabei entdeckten wir Bergmolche,  die sich für die Winterpause am eingraben waren. Natürlich wurde die Arbeit vorsichtig ausgeführt, damit wir den Molchen keinen Schaden zu führten.

Da der Regen zum guten Glück nicht so stark war, aber die Nässe langsam in die Knochen kroch, durften wir im Schärmen des Tennis-Clubhauses vom TC Birsfelden unser Z’nüni einnehmen. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Pflegeeinsatz BL-Naturschutztag - Biotop Am Stausee, 28.Okt.2018 (© NVVB)

Alte Obstsorten des Vereins Edelchrüsler

Unser Vereinsmitglied Heiner Lenzin hatte übrigens ein kleiner Ausschnitt der alten Obsorten-Ausstellung des Vereins Edelchrüsler mitgenommen und uns beim Froschbrunnen präsentiert. Danke Heiner!

Nach der Stärkung im Trockenen, gingen alle wieder freudig an die Arbeit, die wir dann bis kurz vor 12 Uhr erledigt haben.

Es war – trotz Regen -, wieder ein schöner kurzweiliger herbstlichen Samstagmorgen und wir bedanken uns ganz herzlich bei allen die wieder mitgeholfen haben und so einen grossen Beitrag geleistet haben für die Förderung der Biodiversität in Birsfelden – Ihr wart einfach Grossartig!

Es grüsst euch der Vorstand des


Der nächste Baselbieter Naturschutztag findet am Samstag, 26. Oktober 2019 statt, also Vormerken und Mithelfen kommen :-)


Impressionen vom Einsatz, gibt’s hier in unserem Flickr-Album

Starke Männer im Teich (©NVVB)

HECKENEINSATZ MIT PRIMARSCHULE STERNENFELD 2018

Heute morgen kamen wieder eine fleissige Primarschulklasse des Sternenfeld Schulhauses, um den Heckanteil zu den Familiengärten freizuschneiden und auch einige Sträucher am Wegrand auf Stock zu setzen.

Wir danken den 19 Schülerinnen und Schülern der Klasse P5d und ihren Lehrern – des Sternenfeld Schulhaus-, herzlich für ihren tollen Einsatz für unsere heimische Natur!

Unserem Vereinsmitglied Hans-Peter Moser ein riesen Dankeschön für seinen Einsatz mit den Schulkindern!


Tipps: Hecken – richtig pflanzen und pflegen – PDF